Donnerstag, 29. Mai 2008

Bye Bye Neuseeland!

die beiden Tage in Wellington waren ganz schön verregnet, da kam wohl alles vom Himmel was es die letzten 5 Monate nicht geregnet hatte :-) Das Wetter hat mich allerdings nicht vom shoppen abgehalten und jetzt habe ich viieel zu viel Gepäck :-(

Mittwochs bin ich dann von Wellington nach Auckland geflogen. Ein Flug bei herrlichstem Wetter und toller Sicht. Wenn man nicht gerade über der Tragfläche und auf der falschen Seite im Flieger sitzt zumindest ;-)

In Auckland hat ja meine Neuseelandtour begonnen und so war ich froh, dass ich nochmal zwei Tage hier zur Verfügung hatte, um die letzten Besorgungen machen zu können. Die wichtigste Besorgung waren allerdings meine weiteren Tickets, die ich im Office drucken lassen konnte.

Ein bisschen wehmütig bin ich schon, nach fünf tollen neuseeländischen Monaten Abschied nehmen zu müssen. Ich habe mich soo wohlgefühlt und das Land ist ein Traum. Aber ich habe auch das gute Gefühl, alles Schöne gesehen und erlebt zu haben. Zuerst die Nordinsel, die Spitze mit der Bay of Islands, die Tour mit dem Intercity zu den meisten Plätzen der Nordinsel, meine 3wöchige Fahrt mit Tom über die Südinsel, der Job in Tekapo, der Aufenthalt auf der Schafsfarm, arbeiten im Kiwipackhaus.... Das war Neuseeland pur! :-)

Ausserdem gibt es einen kleinen Trost: morgen geht es nach Tahiti, wo ich mich am Sonntag mit Tom treffe und wir in Bora Bora urlauben! :-))) Dank des unermüdlichen Einsatzes meines lieben Kollegen Lothar bei der Reisestelle in Köln kann ich sogar festgebucht fliegen, was mich enorm beruhigt, da ich Tom nur ungern verpassen
würde :-) Danke!

Bis denne

Sonntag, 25. Mai 2008

Goodbye Südinsel!

Am Samstag war es dann soweit. Daniel (ein deutscher aus dem Hostel mit Bus), Ida und ich haben Motueka verlassen. Der Abschied war schon ein wenig wehmütig. Das erlebte war ganz sicher einmalig und nach vier Wochen gewöhnt man sich schon an die Umgebung und den Alltag. Auch die Hostelbesitzer Liz und Chris waren ein wenig traurig, auch wenn die Leute kommen und gehen, wenn man einige Wochen ein- und ausgeht, gewöhnt man sich schon aneinander.

Daniel und Ida haben mich in Nelson abgesetzt, sind weiter nach Christchurch gefahren und plötzlich war ich wieder alleine, schon komisch nach vier Wochen mit immer denselben Leuten um mich herum.

Der Tag in Nelson war herrlich sonnig und warm und ich habe mir den berühmten Nelson Markt angesehen, einen langen Spaziergang gemacht und den Tag mit einem Kinobesuch ausklingen lassen. Mir war richtig schwindelig von den ganzen neuen Eindrücken, ausser Kiwis habe ich ja die letzte Zeit nicht viel gesehen :-)

Heute morgen ging es dann mit dem Bus (ich hatte Glück und habe den Nakedbus tatsächlich für umgerechnet 0,80 Euro buchen können!) nach Picton. Von dort bin ich mit der Fähre Interislander nach Wellington gefahren. Die Fahrt dauert 3 Stunden. Ich hatte einen schönen Platz mit Panoramablick aber es hat geregnet und war bewölkt, so dass der Blick auf die Marlborough Sounds nicht ganz so toll war. Das Meer war aufgewühlt und ich war ganz froh, als die Fahrt vorbei war. Seekrank war ich nicht aber wohlgefühlt habe ich mich auch nicht wirklich ;-)

Jetzt bin ich also wieder im YHA Wellington und werde die Stadt für zwei Tage geniessen bevor es nach Auckland geht.

Freitag, 23. Mai 2008

Goodbye Kiwi...

Gestern hatte ich meinen letzten Tag im Kiwipackhaus, die Kiwis waren alle aufgebraucht für diese Woche und so hatte ich heute frei. Die letzte Woche war definitiv die langweiligste. Ich war immer an dem gleichen Band und die Kiwis rollten so langsam an und ich hatte so lange Pausen zwischendurch, dass ich angefangen habe die Sekunden zwischen den Kartons zu zählen (es waren 90), die Kiwis habe ich gezählt und wäre fast eingeschlafen! Minuten wurden zu Stunden undn Stunden zu Tagen... Zwischendurch durfte ich Nebenjobs als Kartonöffner und Stickaufkleber annehmen, was schon eine grosse Motivation war. Leider warteten auch die anderen auf Arbeit und sobald ich einen Karton selber schliessen wollte standen die Kartonschliesser schon in den Startlöchern ;-)

Aber ich bin richtig froh, dass ich diesen typisch neuseeländischen Job machen konnte! Die Leute waren alle nett und es war witzig das einmal mitzuerleben. Wenn ihr im Supermarkt ZESPRI Kiwis mit der Nummer 4030 findet, dann habe ich diese mit grosser Wahrscheinlichkeit gepackt ;-)) http://www.zespri.com/

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Im Fotoordner Motueka findet ihr weitere neue Fotos der letzten zwei Wochen.

Ich habe völlig vergessen zu erwähnen, dass Motueka die absolute Hippie Stadt ist. Wer nicht barfuss, mit Rastalocken und bunter Wollmütze rumläuft und einen Joint raucht ist sicherlich nicht einheimisch ;-)

So nach und nach sind auch die anderen aus dem Hostel abgereist, am Donnerstag auch Sarah. Morgen geht es für mich weiter: auf zu neuen Abenteuern …

Samstag, 10. Mai 2008

Hello Kiwi!

Jetzt sind schon zwei Wochen rum und ihr fragt Euch sicher, ob ich Kiwis überhaupt noch sehen kann. Ja ich habe sie immer noch sehr gerne, sie können ja auch nichts dafür und ich begrüsse sie einzeln wenn sie übers Band rollen ;-) Die Arbeitstage sind lang und nach den ersten zwei Stunden denkt man, der Tag müsste eigentlich schon vorbei sein. Wir haben schon alles versucht, um den Tag schneller vergehen zu lassen, nicht auf die Uhr schauen, viel quatschen-ne klappt aber alles nicht, es ist einfach öde ;-) Gottseidank versuchen sie, das Ganze so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, indem man immer mal einen neuen Job macht, das Fliessband wechselt… Letztens haben wir einige Tage die Goldkiwifrüchte gepackt, das war sehr aufregend. Die Früchte haben weniger Haare aber stauben unheimlich. Ich habe sogar eine Maske getragen ;-) Wir mussten sie in gebückter Haltung auffangen, kontrollieren und in den Karton geleiten, da sie recht empfindlich sind. Wie sich der Rücken nach 8 Stunden in der Position anfühlt, könnt ihr Euch ja denken… In der 2. Woche haben wir jeden Tag bis Samstagmittag arbeiten können weil das Wetter recht gut war. Im Packhaus fühlen wir uns sehr wohl, es ist alles sehr persönlich und nett. Wir werden regelrecht mit Äpfeln und Kiwis überflutet und demnach ernähren wir uns sehr gesund.

Einmal die Woche gehen wir zum Body Balance Kurs, eine Mischung aus Yoga und Aerobic.
Letztens gab es ein BBQ im Hostel und sonntags ist der Markt in Motueka. Das ist aber auch schon alles und meistens bin ich nachmittags so müde, dass ich nur TV schaue oder am Computer bin. Im Hostel wohnen ziemlich viele, die hier auch arbeiten, hauptsächlich deutsche. Man sieht natürlich immer die gleichen Gesichter und hat keine ruhige Minute, was ich ein wenig anstrengend finde.

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Donnerstag, 1. Mai 2008

An der Kiwifront!

Freitag und Samstag habe ich in Christchurch verbracht, was ich sehr genossen habe nach vier Wochen Einöde. Ich bin eben doch nur ein halbes Landei :-)

Ja jetzt bin ich also endlich und ganz offiziell Kiwifruitpackerin! ;-)

Sonntags sind Sarah und ich neun Stunden in den Norden der Südinsel nach Motueka gefahren, dort war ich ja auf meiner Reise mit Tom schon. Wir sind von unserer Arbeitgeberin Selena abgeholt worden und konnten noch einmal Grosseinkauf im Supermarkt machen bevor es zu unserer Unterkunft ging, die ziemlich weit ausserhalb der City lag.

Bei Istay angekommen haben wir einen echten Schock bekommen. Ein ganz schrecklicher Platz, das Zimmer gleicht einem Gefängnisraum. (Später haben wir erfahren, dass unser Zimmer eines der „neuen“ war. In den anderen Zimmern bestanden die Betten aus zusammengenagelten Holzbrettern und die Tür war oben und unten offen). Sarah´s Worte:“ Wenn ich alleine hier wäre würde ich heulen“ und „Gut, dass mein Pyjama den Körper bedeckt, so dass ich das dreckige Bett nicht berühren muss“.
Das ging wirklich gar nicht!

Montags um 7.30 Uhr hatten wir den ersten Arbeitstag im Packhaus. Erstmal wurde uns alles erklärt, z.B. wie Kiwifrüchte nicht aussehen sollten, welche Makel es gibt, welche Formen. Das war echt interessant. Es gibt Kiwis mit hängender Schulter, katschen, Dreck, zu flache, zu eckige usw... Ich werde wohl nie wieder unbedarft eine Kiwi kaufen, ohne sie vorher genau gescannt und auf Fehler untersucht zu haben :-)

Im Packhaus gibt es unterschiedliche Aufgaben. Es gibt die Kiwivorsortierer, ein langsames Fliessband mit den kleinen Früchten, eines wo besonders grosse Früchte sortiert und eingepackt werden, die schnellen Fliessbänder wo man die Früchte so schnell wie möglich in die Kisten verfrachten muss und das Band wo man die Kiwis checken muss, sie aber automatisch abgezählt werden und in einen Karton fallen. Man sollte nicht vergessen einen Karton unterzustellen, ansonsten kullern die Kiwis nämlich lustig durch die Gegend, das ist kein schönes Gefühl... ;-)

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Mir hat das schnelle packen am meisten Spass gemacht. Man kommt gar nicht zum nachdenken, so schnell düsen die Kiwis auf einen zu, da vergeht die Zeit auch recht schnell. Nach zwei Tagen kam ich dann an ein anderes Band, wo ich aussortieren musste und die Kisten schliessen. Das war dann etwas eintöniger. Es ist natürlich schon was langweilig, acht Stunden die gleichen Handgriffe zu machen aber es ist für mich bisher der Beste Job von allen.

Das Packhaus selber ist recht klein aber trotzdem unglaublich, wie viele Kartons sich schon nach wenigen Stunden Arbeit stapeln!

Es gibt zwei Kaffeepausen und eine 30minütige Mittagspause. Der Job ist ausserdem ziemlich wetterabhängig. Wenn es regnet, kann 24 Stunden nicht gepflückt werden und wir können nicht packen. Das kann bedeuten, dass es an einem Tag einmal nur Arbeit für einige Stunden gibt, bis die Früchte aufgebraucht sind oder es kann auch mal gar nicht gearbeitet werden.

Montags haben Sarah und ich uns auf in die City gemacht, um ein anderes (sauberes) Hostel zu finden. Dienstags sind wir dann ganz schnell in die Hatrick Lodge umgezogen. Wir das sind Ida (Schweden), Yichiau (Taiwan), Sarah und ich. Wir haben ein 4-Bettzimmer für uns bekommen und waren mehr als happy über den Wechsel. Davon mal abgesehen wohnen wir jetzt mitten im Zentrum was viel schöner ist. Gottseidank hat es auch mit dem Transport zur Arbeit geklappt, was ja nicht unwichtig war ;-)

Hier werde ich also jetzt die nächsten vier Wochen bis zum 23.5. verbringen, dann ist die Saison zuende-und meine Zeit in NZ auch.

Samstag, 26. April 2008

...

es folgen drei neue Berichte und Fotos gibt es auch unter "Südinsel" in den Ordnern Tekapo und Schafsfarm Ashburton.
Viel Spässchen...

Freitag, 25. April 2008

Freud und Leid auf der Schafsfarm

Nachdem ich zum letzten mal ein Zimmer geputzt hatte, nämlich mein eigenes und mich von allen Leuten im Hotel verabschiedet hatte, ging es montagsmittags nach Ashburton. Das erstemal hatte ich den Nakedbus gebucht und es bitter bereut. Nix von dem Komfort, den ein Intercity Bus zu bieten hat. Ich sass 2 Stunden eingequetscht zwischen zwei Leuten und war froh, als die Fahrt endlich vorbei war. In Ashburton empfing mich Lindsay von der Ardara Farm.

Ab da nahmen die Erlebnisse kein Ende. Es war das aller erste mal für mich, dass ich auf einer Farm war (dabei bin ich doch ein halbes Landei!) und alles begeisterte mich. Es war herrlich all die Tiere um mich herumzuhaben, das war genau das Richtige für mich. Auf der Farm gab es ausser Schafen noch Alpacas, Vieh, schwarze Schafe, die vier süssen Hunde und eine Katze.

Es gab jeden Tag so viel zu tun. Um 7 Uhr standen wir auf und um 8 Uhr ging es los: die fünfhundert Schafe mussten auf andere Weiden getrieben werden. Mal übernahm das der Schafshund, ein anderes mal durfte ich die Herde mit dem Auto hupend einfangen, das war lustig ;-) Liz der frühere Schafshund der jetzt mit 12 Jahren in Rente ist hat immer noch versucht mitzuhelfen, obwohl er kaum noch laufen und bellen kann. Das war so goldig. Dann musste die Bewässerungsmaschine aufgestellt werden, um die Felder zu bewässern, damit die Weide für Milchkühe genutzt werden kann. Bisher habe ich mich ja sehr über das tolle sonnige Wetter gefreut aber jetzt wo ich die Not der Farmer und den trockenen Boden sehe, kann ich verstehen, dass der Regen so dringend nötig ist!

Wir haben Heuballen geladen und an die Schafe verfüttert, gefällte Bäume geladen und transportiert, einen Zaun versetzt, die Hunde gefüttert. Besonders Spass gemacht hat mir das Eiersuchen im Hühnerstall, das war wie Ostern ;-) Ein paarmal musste ich mich allerdings mit Golfbällen zufrieden geben, die werden hingelegt, um die Hühner zu ärgern bzw. sie zu täuschen ;-)
Einmal sagte Lindsay zu mir, dass ich eine gute Farmersfrau wäre- ein grösseres Lob kann man von einem Farmer wohl kaum bekommen ;-)

Eine andere Aufgabe war es, das trächtige Alpaca zu beobachten. Es konnte jeden Tag losgehen mit der Geburt, die 11 Monate Schwangerschaft waren vorbei.

http://de.wikipedia.org/wiki/Alpaka_(Kamel)

An einem Mittag sind Lindsay und Margeret mit mir zur Schafsversteigerung gefahren, das war interessant zuzuschauen, wie ein Part mit Schafen nach dem anderen in rasendem Tempo versteigert wurde. Der Preis pro Schaf lag zwischen 25 und 45 Dollar. Fand ich wirklich nett, dass die beiden mir die Gegend gezeigt haben und mir soviel wie möglich vom Farmleben mitgeben wollten.
Als Margeret auf Dienstreise nach Auckland musste (sie unterrichtet Englisch für Geschäftsleute), habe ich auch den Part der Farmersfrau übernommen und für Lindsay gekocht ;-)

Das Haus sauberzuhalten war leider nicht möglich da es sowas von dreckig war, ich wussste nicht, dass Menschen so leben können. Das hat mich etwas geschockt und geekelt. Ich habe sogar zwei Abende nicht geduscht weil ich mich einfach nicht überwinden konnte und mich danach auch ganz sicher nicht sauber gefühlt hätte. Das heisst schon was...

Mit Lindsay habe ich mich gut verstanden, er ist zwar ein wenig kindlich aber nett und herzlich. Leider habe ich ihn kaum verstanden. Englisch verstehe ich ja mittlerweile prima aber mit neuseeländisch habe ich immer noch so meine Probleme ;-)

Mittwochs hatte Lindsay Geburtstag, da ich ja kein Geschenk hatte habe ich ihm zumindest einen Kuchen gebacken, er hat mich abends zum essen eingeladen.
An einem Abend habe ich die Gemeinde von Ashburton kennengelernt-beim bowlen. Das war witzig, ich hatte die Art vorher noch nicht gespielt und alle haben sich bemüht, es mir beizubringen. Das hat echt Spass gemacht, auch wenn ich nicht gerade zum Gewinn meiner Gruppe beigetragen habe ;-)

Es war wirklich alles eine komplett andere Welt!

Der planmässig letzte Tag, Donnerstag sollte der spannenste aber auch traurigste werden. Beim Alpaca hatte sich gar nichts getan aber an dem morgen sass es oft und Lindsay meinte, es könne heute losgehen.

Nachdem wir die Bewässerungsmaschine versetzt hatten und wiederkamen, lag ein weisses Bündel auf der Wiese!
Das Baby Mädchen war da! Die Mutter hatte es ohne Hilfe zur Welt bringen können. Ich habe mich total gefreut, das mitzuerleben. Leider kam es nicht auf die Beine, das hätte es normalerweise nach ca. 20 Minuten. Lindsay rief dann die Tierärztin, die meinte, das Tier sei zu kalt. Also haben wir decken, heisses Wasser und Wärmflaschen geholt und das kleine Fellbündel gewärmt. Geatmet hat es selbständig. Dann haben wir Milch von der Mutter abgemolken. Ich habe nie im Leben eine Kuh gemolken aber jetzt zumindest ein Alpaca ;-) Die Milch hat die Ärztin dann durch einen Schlauch dem Baby gefüttert, um es zu stärken. Dann hiess es abwarten.

Währenddessen musste übrigens auf der anderen Weide ein krankes Vieh erschossen werden weil es nicht mehr auf die Beine kam. Ich habe es dann später in toter Form als Fleisch wiedergesehen :-( Es wird an die Hunde verfüttert. Das ist wohl das Leben.

Ich habe spontan meinen Bus nach Christchurch gecanncelt und auf den nächsten Tag verschoben, weil ich dachte ich müsse nachts auf das Alpaca aufpassen. Einige Zeit später hat Lindsay beschlossen, es mit dem Auto zum Tierarzt zu fahren. Es lag auf meinem Schoss und als wir losfuhren, hat es selbständig den Kopf gehoben und alles war ok. Doch plötzlich atmete es immer weniger und dann gar nicht mehr. Ich hatte wirklich Panik und habe angefangen es Mund-zu-Mund zu beatmen (kein Witz!), es gab keine andere Möglichkeit in dem Moment. Es war mir aber auch völlig egal, ich wollte dass das kleine Baby lebt. Ein paarmal hat es auch noch Luft geholt aber dann fiel der Kopf herab und es starb in meinen Armen. Als wir bei der Klinik ankamen haben sie noch alles versucht, mit Herzmassage und Beatmung aber es war zu spät. Ich war furchtbar traurig und habe geheult, sogar Lindsay hat geweint. Ich habe natürlich überlegt, was ich noch hätte machen können aber im Wiederbeleben von Alpacas hatte ich halt bisher wenig Erfahrung :-(

Lindsay hatte im letzten Jahr schon mal ein Baby verloren, es lag wohl daran, dass es zu lange im kalten lag oder die Gene der Eltern passten einfach nicht zusammen. Für ihn war es auch noch ein herber Geldverlust, ein Alpaca Weibchen ist ca. 10.000 Dollar Wert, ein männliches noch mehr. Ausserdem hatten sie 11 Monate auf den Moment hingefiebert und dann das…

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Am schlimmsten war es als wir ohne das Baby wiederkamen und die Mutter regelrecht getrauert hat! Sie hat es gesucht und an dem Platz geschnuppert wo es vorher lag, ist aufgeregt hin und hergelaufen und hat gewimmert und uns fragend angesehen. Es war ganz schlimm und herzergreifend. Wir mussten ihr dann weiter Milch abmelken und eine Spritze geben, damit es ihr nicht weh tat.

Ja das war also mein Farmerlebnis, sicher das unvergesslichste der ganzen Reise!

Sonntag, 20. April 2008

Der erste Schnee

Freitag war mein letzter Tag und samstags sind wir (Wendy, Sarah, Sam und ich) mit Wendys Auto zum Mt. Cook Village gefahren. Es war wiedermal ein superschöner Tag ganz klar und sonnig und auch die Bäume werden immer bunter und herbstlicher. Allerdings ist es knackig kalt und es hatte in der Nacht sogar geschneit und die Berge waren schon leicht mit Schnee bedeckt!

Wir hatten Glück und konnten Mt. Cook die ganze Zeit sehen, das war ein Bild… toll! Auf dem Weg kam uns eine Schafsherde entgegen und ich konnte endlich einmal die Sheepdogs bei der Arbeit beobachten und tolle Fotos machen als die Schafsherde quasi auf mich zu rannte :-))

Das Mt. Cook Village besteht aus einem Hotel (Heremitage) und darin eingeschlossen ein Souveniershop und Museum. Wir haben uns eine 3 D Film über Mt. Cook angesehen der einfach wunderschön war. Es war so als ob ich wieder über die Berge fliegen würde und ich glaube das war der schönste Film dieser Art den ich je gesehen habe! Die nächste Attraktion war das Planetarium wo über einem der Sternenhimmel gezeigt und erklärt wurde. Auch sehr faszinierend. Ausserdem war es ein ganz komisches, spannendes Gefühl, nach drei Wochen einmal einen anderen Ort als Tekapo zu sehen ;-)

Zum Abschluss waren wir nochmal auf dem Mt. John, wo man einen tollen Ausblick auf Tekapo und den Lake hatte.

Fazit nach drei Wochen Hotelleben

Also wie immer kann ich sagen, dass ich die Erfahrung nicht missen möchte!! Auch wenn der Job definitiv ätzend war :-( Jedenfalls weiss ich jetzt, dass ich nicht im Hotel arbeiten moechte, ich denke mal, dass es in anderen Hotels aehnlich sein wird.

Die Arbeit im Restaurant hat mir schon Spass gemacht (jedenfalls viel mehr als das Zimmer putzen), sogar an das sehr frühe Aufstehen habe ich mich ganz gut gewöhnt.

Interessant fand ich auch die unterschiedlichen Hotelgäste, wir hatten fast nur indische oder asiatische Gruppen, die sich aber immer gleich verhalten haben. Die indischen Gruppen z.B. hatten irgendwie immer etwas zu meckern und waren sehr unfreundlich. Die asiatischen Gruppen haben immer ein Schlachtfeld hinterlassen, da jede Person ca. 10 Teller benutzt und es wird nicht nur auf diesen sondern auch auf dem Tisch selber gegessen-zumindest sah es nach dem Essen so aus :-( Viele Menschen benutzen übrigens ihre Teller statt Schalen, um Cornflakes zu essen. Die asiatischen Gäste haben meist zusätzlich ihr eigenes Essen mitgebracht (rohen Fisch und Nudelsuppe), warum weiß ich eigentlich auch nicht, da das Buffet auch immer leergegessen wurde. Die Inder trinken ihr Wasser ohne Eis.

Außerdem waren die Badezimmer der indischen Gäste immer überschwemmt! Am Anfang habe ich mich erschrocken und dachte, die Wasserleitung sei defekt aber dann erklärte man mir, dass das immer so sei!
Ich halte eigentlich nichts davon, bestimmte Kulturen so pauschal zu beurteilen aber nach den Erfahrungswerten nach bestimmt 50 Gruppen kann man das glaube ich schon.

Der Zeitpunkt zu gehen ist aber ganz gut da ich mich so langsam über einige Dinge ganz schön aufrege die mir jetzt auffallen. Z.B. bekommen die Supervisor vom Housekeeping mehr Geld und dabei machen sie den ganzen Tag nichts, außer rumlaufen und checken, ob auch genug Milch aufgefüllt wurde. Die Supervisor „dürfen“ nämlich nicht mithelfen, arbeiten also nicht. Und sie bekommen mehr Geld dafür während andere richtig schuften müssen. Z.B. müssen wir Mädels, die nicht so viel Kraft haben immer die schweren Säcke mit den Laken und Tüchern schleppen. Und die Leute, die das locker machen könnten schauen zu und geben Anweisungen. Davon mal abgesehen hatten wir zum Schluss zwei Supervisor, was völliger Quatsch war. Und dann habe ich mich gefragt, warum nur die Supervisor mehr Geld bekommen, wo ich das Restaurant teilweise alleine geführt habe und nur mal eine Hilfe von 7-9 zum Spülen hatte. Aber ich war alleine für die zig Gruppen verantwortlich (einmal ca. 100 Leute). Gut, so haben sie jedenfalls viel Geld gespart, weil der Restaurantmanager zu Hause bleiben konnte :-) Wenn dann mal wirklich nichts los war im Restaurant wurden glatt zwei Leute eingesetzt… Das System habe ich bis heute nicht verstanden…

Auch wenn es nur drei Wochen waren aber irgendwie wurde es dann schon recht eintönig.
Jeden Tag das gleiche: alle Türen aufschließen, Lichter anmachen, den Frühstücksplan durchgehen, das Buffet aufbauen und auffüllen, Teller abräumen, spülen, Besteck polieren, Tische putzen und neu eindecken, abrechnen, das Buffet für das Mittagessen herrichten und das gleiche Spiel beginnt von vorne. Dazu auch noch immer die gleiche Musik :-)

Ein weiterer Störfaktor war die Dame an der Rezeption, wir haben in unserem ganzen Leben noch keine so unfreundliche Person getroffen, da waren sich alle einig. Wenn man eine Frage hatte, z.B. wo ein Schlüssel zu finden ist, hat sie einen nicht angeguckt sondern mit dem Finger auf einen Schrank gezeigt und man durfte selber suchen. Sie hat nie gelächelt und war immer unfreundlich und arrogant. Sowas habe ich noch nicht erlebt, schon gar nicht an einer Hotelrezeption! Wir haben uns eigentlich nur noch lustig darüber gemacht aber wenn es darum ging, dass ich telefonieren wollte dann wurde ich schon mal aggressiv. Der Standardspruch war nämlich, dass sie nicht angewiesen wurde, meine Telefonleitung zu öffnen, also war es nicht möglich. Dabei hatte die Managerin selber gar nichts dagegen, da ich eine Telefonkarte nutze und dem Hotel kein Cent berechnet wird. Das wurde mir aber bis zum Schluss nicht geglaubt, obwohl ich es immer habe nachprüfen lassen, ob etwas berechnet wurde. Das war aber nie der Fall. Also alles reine Schikane.

Schön fand ich die Umgebung und auch wenn der Ort nicht viel zu bieten hat, der Blick auf den See war einfach toll und das werde ich sogar sehr vermissen! Sowie mein eigenes Zimmer, das war für mich so ziemlich das schönste nach monatelangem Hostelleben. Die anderen Housekeeper und Restaurantmitarbeiter waren auch total nett und es war immer ganz schön lustig. Zum Beispiel wenn wir versucht haben, rauszufinden welche Verknüpfungen es unter den Leuten im Hotel gibt. Nachdem immer jemand etwas neues herausgefunden hat, wussten wir bald, dass es fast nur Paare unter den Angestellten gibt ;-)

Zwei lustige Zufälle, die zeigen die klein die Welt doch ist: Sarah traf zwei Hotelgäste aus Irland, die ihren Onkel kennen (wir sind hier in Neuseeland und Irland ist ja auch nicht gerade ein Dorf!!) und Sarah hat drei Monate im Lufthansa Schulungszentrum Seeheim gearbeitet, was ja auch nicht gerade der größte und bekannteste Ort der Welt ist ;-)

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