Donnerstag, 1. Mai 2008

An der Kiwifront!

Freitag und Samstag habe ich in Christchurch verbracht, was ich sehr genossen habe nach vier Wochen Einöde. Ich bin eben doch nur ein halbes Landei :-)

Ja jetzt bin ich also endlich und ganz offiziell Kiwifruitpackerin! ;-)

Sonntags sind Sarah und ich neun Stunden in den Norden der Südinsel nach Motueka gefahren, dort war ich ja auf meiner Reise mit Tom schon. Wir sind von unserer Arbeitgeberin Selena abgeholt worden und konnten noch einmal Grosseinkauf im Supermarkt machen bevor es zu unserer Unterkunft ging, die ziemlich weit ausserhalb der City lag.

Bei Istay angekommen haben wir einen echten Schock bekommen. Ein ganz schrecklicher Platz, das Zimmer gleicht einem Gefängnisraum. (Später haben wir erfahren, dass unser Zimmer eines der „neuen“ war. In den anderen Zimmern bestanden die Betten aus zusammengenagelten Holzbrettern und die Tür war oben und unten offen). Sarah´s Worte:“ Wenn ich alleine hier wäre würde ich heulen“ und „Gut, dass mein Pyjama den Körper bedeckt, so dass ich das dreckige Bett nicht berühren muss“.
Das ging wirklich gar nicht!

Montags um 7.30 Uhr hatten wir den ersten Arbeitstag im Packhaus. Erstmal wurde uns alles erklärt, z.B. wie Kiwifrüchte nicht aussehen sollten, welche Makel es gibt, welche Formen. Das war echt interessant. Es gibt Kiwis mit hängender Schulter, katschen, Dreck, zu flache, zu eckige usw... Ich werde wohl nie wieder unbedarft eine Kiwi kaufen, ohne sie vorher genau gescannt und auf Fehler untersucht zu haben :-)

Im Packhaus gibt es unterschiedliche Aufgaben. Es gibt die Kiwivorsortierer, ein langsames Fliessband mit den kleinen Früchten, eines wo besonders grosse Früchte sortiert und eingepackt werden, die schnellen Fliessbänder wo man die Früchte so schnell wie möglich in die Kisten verfrachten muss und das Band wo man die Kiwis checken muss, sie aber automatisch abgezählt werden und in einen Karton fallen. Man sollte nicht vergessen einen Karton unterzustellen, ansonsten kullern die Kiwis nämlich lustig durch die Gegend, das ist kein schönes Gefühl... ;-)

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Mir hat das schnelle packen am meisten Spass gemacht. Man kommt gar nicht zum nachdenken, so schnell düsen die Kiwis auf einen zu, da vergeht die Zeit auch recht schnell. Nach zwei Tagen kam ich dann an ein anderes Band, wo ich aussortieren musste und die Kisten schliessen. Das war dann etwas eintöniger. Es ist natürlich schon was langweilig, acht Stunden die gleichen Handgriffe zu machen aber es ist für mich bisher der Beste Job von allen.

Das Packhaus selber ist recht klein aber trotzdem unglaublich, wie viele Kartons sich schon nach wenigen Stunden Arbeit stapeln!

Es gibt zwei Kaffeepausen und eine 30minütige Mittagspause. Der Job ist ausserdem ziemlich wetterabhängig. Wenn es regnet, kann 24 Stunden nicht gepflückt werden und wir können nicht packen. Das kann bedeuten, dass es an einem Tag einmal nur Arbeit für einige Stunden gibt, bis die Früchte aufgebraucht sind oder es kann auch mal gar nicht gearbeitet werden.

Montags haben Sarah und ich uns auf in die City gemacht, um ein anderes (sauberes) Hostel zu finden. Dienstags sind wir dann ganz schnell in die Hatrick Lodge umgezogen. Wir das sind Ida (Schweden), Yichiau (Taiwan), Sarah und ich. Wir haben ein 4-Bettzimmer für uns bekommen und waren mehr als happy über den Wechsel. Davon mal abgesehen wohnen wir jetzt mitten im Zentrum was viel schöner ist. Gottseidank hat es auch mit dem Transport zur Arbeit geklappt, was ja nicht unwichtig war ;-)

Hier werde ich also jetzt die nächsten vier Wochen bis zum 23.5. verbringen, dann ist die Saison zuende-und meine Zeit in NZ auch.

Samstag, 26. April 2008

...

es folgen drei neue Berichte und Fotos gibt es auch unter "Südinsel" in den Ordnern Tekapo und Schafsfarm Ashburton.
Viel Spässchen...

Freitag, 25. April 2008

Freud und Leid auf der Schafsfarm

Nachdem ich zum letzten mal ein Zimmer geputzt hatte, nämlich mein eigenes und mich von allen Leuten im Hotel verabschiedet hatte, ging es montagsmittags nach Ashburton. Das erstemal hatte ich den Nakedbus gebucht und es bitter bereut. Nix von dem Komfort, den ein Intercity Bus zu bieten hat. Ich sass 2 Stunden eingequetscht zwischen zwei Leuten und war froh, als die Fahrt endlich vorbei war. In Ashburton empfing mich Lindsay von der Ardara Farm.

Ab da nahmen die Erlebnisse kein Ende. Es war das aller erste mal für mich, dass ich auf einer Farm war (dabei bin ich doch ein halbes Landei!) und alles begeisterte mich. Es war herrlich all die Tiere um mich herumzuhaben, das war genau das Richtige für mich. Auf der Farm gab es ausser Schafen noch Alpacas, Vieh, schwarze Schafe, die vier süssen Hunde und eine Katze.

Es gab jeden Tag so viel zu tun. Um 7 Uhr standen wir auf und um 8 Uhr ging es los: die fünfhundert Schafe mussten auf andere Weiden getrieben werden. Mal übernahm das der Schafshund, ein anderes mal durfte ich die Herde mit dem Auto hupend einfangen, das war lustig ;-) Liz der frühere Schafshund der jetzt mit 12 Jahren in Rente ist hat immer noch versucht mitzuhelfen, obwohl er kaum noch laufen und bellen kann. Das war so goldig. Dann musste die Bewässerungsmaschine aufgestellt werden, um die Felder zu bewässern, damit die Weide für Milchkühe genutzt werden kann. Bisher habe ich mich ja sehr über das tolle sonnige Wetter gefreut aber jetzt wo ich die Not der Farmer und den trockenen Boden sehe, kann ich verstehen, dass der Regen so dringend nötig ist!

Wir haben Heuballen geladen und an die Schafe verfüttert, gefällte Bäume geladen und transportiert, einen Zaun versetzt, die Hunde gefüttert. Besonders Spass gemacht hat mir das Eiersuchen im Hühnerstall, das war wie Ostern ;-) Ein paarmal musste ich mich allerdings mit Golfbällen zufrieden geben, die werden hingelegt, um die Hühner zu ärgern bzw. sie zu täuschen ;-)
Einmal sagte Lindsay zu mir, dass ich eine gute Farmersfrau wäre- ein grösseres Lob kann man von einem Farmer wohl kaum bekommen ;-)

Eine andere Aufgabe war es, das trächtige Alpaca zu beobachten. Es konnte jeden Tag losgehen mit der Geburt, die 11 Monate Schwangerschaft waren vorbei.

http://de.wikipedia.org/wiki/Alpaka_(Kamel)

An einem Mittag sind Lindsay und Margeret mit mir zur Schafsversteigerung gefahren, das war interessant zuzuschauen, wie ein Part mit Schafen nach dem anderen in rasendem Tempo versteigert wurde. Der Preis pro Schaf lag zwischen 25 und 45 Dollar. Fand ich wirklich nett, dass die beiden mir die Gegend gezeigt haben und mir soviel wie möglich vom Farmleben mitgeben wollten.
Als Margeret auf Dienstreise nach Auckland musste (sie unterrichtet Englisch für Geschäftsleute), habe ich auch den Part der Farmersfrau übernommen und für Lindsay gekocht ;-)

Das Haus sauberzuhalten war leider nicht möglich da es sowas von dreckig war, ich wussste nicht, dass Menschen so leben können. Das hat mich etwas geschockt und geekelt. Ich habe sogar zwei Abende nicht geduscht weil ich mich einfach nicht überwinden konnte und mich danach auch ganz sicher nicht sauber gefühlt hätte. Das heisst schon was...

Mit Lindsay habe ich mich gut verstanden, er ist zwar ein wenig kindlich aber nett und herzlich. Leider habe ich ihn kaum verstanden. Englisch verstehe ich ja mittlerweile prima aber mit neuseeländisch habe ich immer noch so meine Probleme ;-)

Mittwochs hatte Lindsay Geburtstag, da ich ja kein Geschenk hatte habe ich ihm zumindest einen Kuchen gebacken, er hat mich abends zum essen eingeladen.
An einem Abend habe ich die Gemeinde von Ashburton kennengelernt-beim bowlen. Das war witzig, ich hatte die Art vorher noch nicht gespielt und alle haben sich bemüht, es mir beizubringen. Das hat echt Spass gemacht, auch wenn ich nicht gerade zum Gewinn meiner Gruppe beigetragen habe ;-)

Es war wirklich alles eine komplett andere Welt!

Der planmässig letzte Tag, Donnerstag sollte der spannenste aber auch traurigste werden. Beim Alpaca hatte sich gar nichts getan aber an dem morgen sass es oft und Lindsay meinte, es könne heute losgehen.

Nachdem wir die Bewässerungsmaschine versetzt hatten und wiederkamen, lag ein weisses Bündel auf der Wiese!
Das Baby Mädchen war da! Die Mutter hatte es ohne Hilfe zur Welt bringen können. Ich habe mich total gefreut, das mitzuerleben. Leider kam es nicht auf die Beine, das hätte es normalerweise nach ca. 20 Minuten. Lindsay rief dann die Tierärztin, die meinte, das Tier sei zu kalt. Also haben wir decken, heisses Wasser und Wärmflaschen geholt und das kleine Fellbündel gewärmt. Geatmet hat es selbständig. Dann haben wir Milch von der Mutter abgemolken. Ich habe nie im Leben eine Kuh gemolken aber jetzt zumindest ein Alpaca ;-) Die Milch hat die Ärztin dann durch einen Schlauch dem Baby gefüttert, um es zu stärken. Dann hiess es abwarten.

Währenddessen musste übrigens auf der anderen Weide ein krankes Vieh erschossen werden weil es nicht mehr auf die Beine kam. Ich habe es dann später in toter Form als Fleisch wiedergesehen :-( Es wird an die Hunde verfüttert. Das ist wohl das Leben.

Ich habe spontan meinen Bus nach Christchurch gecanncelt und auf den nächsten Tag verschoben, weil ich dachte ich müsse nachts auf das Alpaca aufpassen. Einige Zeit später hat Lindsay beschlossen, es mit dem Auto zum Tierarzt zu fahren. Es lag auf meinem Schoss und als wir losfuhren, hat es selbständig den Kopf gehoben und alles war ok. Doch plötzlich atmete es immer weniger und dann gar nicht mehr. Ich hatte wirklich Panik und habe angefangen es Mund-zu-Mund zu beatmen (kein Witz!), es gab keine andere Möglichkeit in dem Moment. Es war mir aber auch völlig egal, ich wollte dass das kleine Baby lebt. Ein paarmal hat es auch noch Luft geholt aber dann fiel der Kopf herab und es starb in meinen Armen. Als wir bei der Klinik ankamen haben sie noch alles versucht, mit Herzmassage und Beatmung aber es war zu spät. Ich war furchtbar traurig und habe geheult, sogar Lindsay hat geweint. Ich habe natürlich überlegt, was ich noch hätte machen können aber im Wiederbeleben von Alpacas hatte ich halt bisher wenig Erfahrung :-(

Lindsay hatte im letzten Jahr schon mal ein Baby verloren, es lag wohl daran, dass es zu lange im kalten lag oder die Gene der Eltern passten einfach nicht zusammen. Für ihn war es auch noch ein herber Geldverlust, ein Alpaca Weibchen ist ca. 10.000 Dollar Wert, ein männliches noch mehr. Ausserdem hatten sie 11 Monate auf den Moment hingefiebert und dann das…

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Am schlimmsten war es als wir ohne das Baby wiederkamen und die Mutter regelrecht getrauert hat! Sie hat es gesucht und an dem Platz geschnuppert wo es vorher lag, ist aufgeregt hin und hergelaufen und hat gewimmert und uns fragend angesehen. Es war ganz schlimm und herzergreifend. Wir mussten ihr dann weiter Milch abmelken und eine Spritze geben, damit es ihr nicht weh tat.

Ja das war also mein Farmerlebnis, sicher das unvergesslichste der ganzen Reise!

Sonntag, 20. April 2008

Der erste Schnee

Freitag war mein letzter Tag und samstags sind wir (Wendy, Sarah, Sam und ich) mit Wendys Auto zum Mt. Cook Village gefahren. Es war wiedermal ein superschöner Tag ganz klar und sonnig und auch die Bäume werden immer bunter und herbstlicher. Allerdings ist es knackig kalt und es hatte in der Nacht sogar geschneit und die Berge waren schon leicht mit Schnee bedeckt!

Wir hatten Glück und konnten Mt. Cook die ganze Zeit sehen, das war ein Bild… toll! Auf dem Weg kam uns eine Schafsherde entgegen und ich konnte endlich einmal die Sheepdogs bei der Arbeit beobachten und tolle Fotos machen als die Schafsherde quasi auf mich zu rannte :-))

Das Mt. Cook Village besteht aus einem Hotel (Heremitage) und darin eingeschlossen ein Souveniershop und Museum. Wir haben uns eine 3 D Film über Mt. Cook angesehen der einfach wunderschön war. Es war so als ob ich wieder über die Berge fliegen würde und ich glaube das war der schönste Film dieser Art den ich je gesehen habe! Die nächste Attraktion war das Planetarium wo über einem der Sternenhimmel gezeigt und erklärt wurde. Auch sehr faszinierend. Ausserdem war es ein ganz komisches, spannendes Gefühl, nach drei Wochen einmal einen anderen Ort als Tekapo zu sehen ;-)

Zum Abschluss waren wir nochmal auf dem Mt. John, wo man einen tollen Ausblick auf Tekapo und den Lake hatte.

Fazit nach drei Wochen Hotelleben

Also wie immer kann ich sagen, dass ich die Erfahrung nicht missen möchte!! Auch wenn der Job definitiv ätzend war :-( Jedenfalls weiss ich jetzt, dass ich nicht im Hotel arbeiten moechte, ich denke mal, dass es in anderen Hotels aehnlich sein wird.

Die Arbeit im Restaurant hat mir schon Spass gemacht (jedenfalls viel mehr als das Zimmer putzen), sogar an das sehr frühe Aufstehen habe ich mich ganz gut gewöhnt.

Interessant fand ich auch die unterschiedlichen Hotelgäste, wir hatten fast nur indische oder asiatische Gruppen, die sich aber immer gleich verhalten haben. Die indischen Gruppen z.B. hatten irgendwie immer etwas zu meckern und waren sehr unfreundlich. Die asiatischen Gruppen haben immer ein Schlachtfeld hinterlassen, da jede Person ca. 10 Teller benutzt und es wird nicht nur auf diesen sondern auch auf dem Tisch selber gegessen-zumindest sah es nach dem Essen so aus :-( Viele Menschen benutzen übrigens ihre Teller statt Schalen, um Cornflakes zu essen. Die asiatischen Gäste haben meist zusätzlich ihr eigenes Essen mitgebracht (rohen Fisch und Nudelsuppe), warum weiß ich eigentlich auch nicht, da das Buffet auch immer leergegessen wurde. Die Inder trinken ihr Wasser ohne Eis.

Außerdem waren die Badezimmer der indischen Gäste immer überschwemmt! Am Anfang habe ich mich erschrocken und dachte, die Wasserleitung sei defekt aber dann erklärte man mir, dass das immer so sei!
Ich halte eigentlich nichts davon, bestimmte Kulturen so pauschal zu beurteilen aber nach den Erfahrungswerten nach bestimmt 50 Gruppen kann man das glaube ich schon.

Der Zeitpunkt zu gehen ist aber ganz gut da ich mich so langsam über einige Dinge ganz schön aufrege die mir jetzt auffallen. Z.B. bekommen die Supervisor vom Housekeeping mehr Geld und dabei machen sie den ganzen Tag nichts, außer rumlaufen und checken, ob auch genug Milch aufgefüllt wurde. Die Supervisor „dürfen“ nämlich nicht mithelfen, arbeiten also nicht. Und sie bekommen mehr Geld dafür während andere richtig schuften müssen. Z.B. müssen wir Mädels, die nicht so viel Kraft haben immer die schweren Säcke mit den Laken und Tüchern schleppen. Und die Leute, die das locker machen könnten schauen zu und geben Anweisungen. Davon mal abgesehen hatten wir zum Schluss zwei Supervisor, was völliger Quatsch war. Und dann habe ich mich gefragt, warum nur die Supervisor mehr Geld bekommen, wo ich das Restaurant teilweise alleine geführt habe und nur mal eine Hilfe von 7-9 zum Spülen hatte. Aber ich war alleine für die zig Gruppen verantwortlich (einmal ca. 100 Leute). Gut, so haben sie jedenfalls viel Geld gespart, weil der Restaurantmanager zu Hause bleiben konnte :-) Wenn dann mal wirklich nichts los war im Restaurant wurden glatt zwei Leute eingesetzt… Das System habe ich bis heute nicht verstanden…

Auch wenn es nur drei Wochen waren aber irgendwie wurde es dann schon recht eintönig.
Jeden Tag das gleiche: alle Türen aufschließen, Lichter anmachen, den Frühstücksplan durchgehen, das Buffet aufbauen und auffüllen, Teller abräumen, spülen, Besteck polieren, Tische putzen und neu eindecken, abrechnen, das Buffet für das Mittagessen herrichten und das gleiche Spiel beginnt von vorne. Dazu auch noch immer die gleiche Musik :-)

Ein weiterer Störfaktor war die Dame an der Rezeption, wir haben in unserem ganzen Leben noch keine so unfreundliche Person getroffen, da waren sich alle einig. Wenn man eine Frage hatte, z.B. wo ein Schlüssel zu finden ist, hat sie einen nicht angeguckt sondern mit dem Finger auf einen Schrank gezeigt und man durfte selber suchen. Sie hat nie gelächelt und war immer unfreundlich und arrogant. Sowas habe ich noch nicht erlebt, schon gar nicht an einer Hotelrezeption! Wir haben uns eigentlich nur noch lustig darüber gemacht aber wenn es darum ging, dass ich telefonieren wollte dann wurde ich schon mal aggressiv. Der Standardspruch war nämlich, dass sie nicht angewiesen wurde, meine Telefonleitung zu öffnen, also war es nicht möglich. Dabei hatte die Managerin selber gar nichts dagegen, da ich eine Telefonkarte nutze und dem Hotel kein Cent berechnet wird. Das wurde mir aber bis zum Schluss nicht geglaubt, obwohl ich es immer habe nachprüfen lassen, ob etwas berechnet wurde. Das war aber nie der Fall. Also alles reine Schikane.

Schön fand ich die Umgebung und auch wenn der Ort nicht viel zu bieten hat, der Blick auf den See war einfach toll und das werde ich sogar sehr vermissen! Sowie mein eigenes Zimmer, das war für mich so ziemlich das schönste nach monatelangem Hostelleben. Die anderen Housekeeper und Restaurantmitarbeiter waren auch total nett und es war immer ganz schön lustig. Zum Beispiel wenn wir versucht haben, rauszufinden welche Verknüpfungen es unter den Leuten im Hotel gibt. Nachdem immer jemand etwas neues herausgefunden hat, wussten wir bald, dass es fast nur Paare unter den Angestellten gibt ;-)

Zwei lustige Zufälle, die zeigen die klein die Welt doch ist: Sarah traf zwei Hotelgäste aus Irland, die ihren Onkel kennen (wir sind hier in Neuseeland und Irland ist ja auch nicht gerade ein Dorf!!) und Sarah hat drei Monate im Lufthansa Schulungszentrum Seeheim gearbeitet, was ja auch nicht gerade der größte und bekannteste Ort der Welt ist ;-)

Samstag, 12. April 2008

"Karrieresprung"

Die zwei Wochen im Hotel kommen mir wie Monate vor. Jeder Tag ist ziemlich lang und voller Überraschungen. In der 1. Woche habe ich alleine 62 Stunden gearbeitet, also quasi rund um die Uhr ;-) Man bekommt wöchentlich seinen Arbeitseinsatzplan und erfährt dann erst wann und wo man arbeiten wird und ob und wann man einen Tag frei hat.

Mein Job hat sich überraschenderweise geändert, ich mache jetzt den Frühstück/Mittagsdienst, was mir ganz gut passte weil ich lieber morgens als abends arbeite. Allerdings bin ich bin jetzt die Erste im Hotel, d.h. je nachdem wann wir Frühstücksbuchungen haben muss ich um 5.30 oder 6 uhr auf der Matte stehen alles aufschliessen, Lichter anmachen und das Buffet herrichten. Die ersten Tage waren eine wahnsinnige überwindung, wenn der Wecker so um 4.30 oder 5 uhr klingelte war mir nun wirklich nicht nach aufstehen zu Mute :-( Es ist mittlerweile auch sehr kalt und das macht es nicht leichter.

Der Job an sich macht Spass ist aber auch extrem anstrengend. Manchmal haben wir mehrere Gruppen, die zu unterschiedlichen Zeiten betreut werden müssen, d.h. permanent herumlaufen zwischen Küche, Restaurant und Konferenzräumen, Treppen rauf und runter, schwer schleppen, servieren, abräumen, das Buffet nachfüllen, alles sauberhaltene(Gästetoiletten putzen, saugen), die Uhr im Blick halte, die Gäste die ins Restaurant kommen betreuen, abrechnen, spülen etc. mein Körper ist ein einziger Schmerz, die Hände sind eingerissen und blutig was mir bei jeder Tätigkeit Tränen in die Augen jagt.

Der Restaurantmanager Sam und seine Frau Mercedes (beide von den Phillipinen) sind aber superlieb und immer drauf bedacht, dass alle gut zusammenarbeiten und Pausen machen.

Die Tätigkeiten können jeden Tag anders aussehen, manchmal bin ich nach dem Frühstücksdienst auch zum Housekeeping gewechselt (worden) oder musste während des abendlichen Restaurantdiensts mal ein Bett machen
;-) Da man ja immer vor Ort ist wird man auch schonmal von der Rezeption angerufen, z.B. wenn Gäste keine Milch im Kühlschrank haben muss man wieder los.

Man sollte auch täglich auf seinen Zeitplan gucken oder an der Rezeption nachfragen, weil sich der Arbeitsplan immer mal wieder ändern kann. Wenn man Pech hat bedeutet der „freie“ Tag, dass man „nur“ morgens oder abends arbeitet. In der letzten Woche waren meine Arbeitszeiten meist von ca. 6-15.30 Uhr im Restaurant, es kann aber auch so aussehen: ein völlig gemixter Tag mit 7-9 Uhr Frühstücksdienst, 9-open End Housekeeping (ca. 15-16 Uhr) und dann wieder von 18- open End (ca. 22-23 Uhr) Restaurant. Bedeutet, man hat gerade mal Zeit zwischen den Jobs, um sich umzuziehen und was zu essen.

Trotzdem ist es wirklich interssant , einmal den Alltag im Hotel mitzubekommen! Was alles organisiert werden und woran man denken muss. Ich hatte mir ja immer gewünscht im Hotel zu arbeiten, allerdings wird man auch wenn man an der Rezeption arbeitet, in allen anderen Bereichen eingesetzt. Schichtdienst bzw. abends zu arbeiten ist aber eher nichts für mich, zumindest auf Dauer.

Die Bezahlung für diesen Job ist (hier) viel zu gering, zumindest wenn man in Euro umrechnet. Für 50 Stunden Arbeit habe ich 500 Euro (nach Steuerabzug) bekommen, davon gehen 130 NDZ für Miete und Essen ab, bleiben 370 NZD, das sind 185 Euro für 50 Stunden Knochenarbeit.

Viel Zeit für Aktivitäten bleibt nicht und um einen der Spaziergänge um den See zu machen bin ich einfach zu müde. An einem Abend haben wir aber eine Tour zum Mt John Observatorium mitgemacht, das ist nämlich für Hotelmitarbeiter kostenlos! Es war eine tolle klare Nacht und der Sternenhimmel grandios. Die Sterne sahen nicht aus wie Punkte sondern tatsächlich wie Sterne. Am schönsten leuchtete natürlich mein eigener Stern Sirius (den Tom mir geschenkt hat). Auch das Southern Cross haben wir gesehen, die Guides haben alles super erklärt und kannten jeden Stern. Dann konnten wir durch das Teleskop tolle Sternkonstellationen beobachten und haben Saturn gesehen! Der sah aus wie gemalt, ganz klein aber klar. Wirklich ein tolles Erlebnis!

http://www.earthandsky.co.nz/

Die kleine Kirche "Church of the Good Shepherd" ganz in der Nähe ist die Touriattraktion und ständig von Bussen überlaufen, das ist wirklich enorm, ich beobachte das ja jeden Tag. Sie ist aber auch wirklich süss und man hat den schönsten Seeblick von dort.

http://www.laketekapountouched.co.nz/history.asp

Nachdem ich eine Zusage in einem Kiwifrucht Packhaus bekommen habe, habe ich gleich mit meinem Vertrag auch die Kündigung im Hotel abgegeben :)

Am 28.4. starte ich den Job in Motueka, Sarah kommt übrigens auch mit, ihr haben 4 Wochen in dem Job auch gereicht :-)

Vorher möchte ich aber doch noch wwoofen und so startet also jetzt meine letzte Woche in Tekapo.

Freitag, 4. April 2008

Schuften mit Aussicht - am Lake Tekapo

Schon witzig, wie sich der Alltag wieder so schnell ändern kann. Vom Dauerreisen nun zum Dauerputzen. Am Sonntag, 30.3. bin ich also am Lake Tekapo angekommen (nach einer 3stündigen Fahrt mit dem Intercity von Christchurch). Es empfingen mich: ein Traumwetter und Panoramablick auf den Lake Tekapo und Mt. Cook am Horizont – und das Godley Resort, meine neue Arbeitsstelle. Ein Alptraumhotel mit Traumblick sozusagen. Mein erstes Zimmer glich einer Bruchbude. Die Badewanne war voller Haare und übersäht mit Mückenleichen. Eine Gelegenheit zum Duschen (und Haarewaschen ) gab es leider nicht. Vom sonstigen Zustand des Zimmers mal ganz zu schweigen. Die Vorgängerin hatte mir einen Zettel hinterlassen mit der Aufschrift "Viel Spass beim saubermachen", das hatte sie definitiv nicht gemacht. Jedenfalls war ich erstmal wenig begeistert. Da arbeitet man in einem waschechten Hotel und wohnt in einer Kaschemme … :-(

Die Managerin Robin ist sehr nett und nach einem Blick in mein Bad gab sie mir auch gleich ein neues Zimmer, zwar auch ohne Dusche aber immerhin. Beim Mittagessen (3 Mahlzeiten sind am Tag inklusive- ich zahle 130 NZ$/Woche für Miete und das Essen) habe ich auch die anderen der Houskeepingtruppe kennengelernt und habe mich gleich wohlgefühlt. Alles richtig nette Leute.

Nachmittags habe ich Tina, einer deutschen die schon 2 Wochen dort war, beim putzen der Zimmer zugeschaut. Dann bin ich dann durch die „Innenstadt“ (eine Strasse mit Supermarkt, Restaurants, Cafés und einer Post.) gelaufen und am See entlang.

Am nächsten Tag habe ich selber das 1. Mal losgelegt. Morgens fangen wir um 8.30 Uhr oder 9 Uhr an und jeder bekommt seinen Tageszettel mit den zu putzenden Zimmern und evtl. Zusatzaufgaben (z.B. putzen der Lobby) zugeteilt. Nach einem Tag hatte ich mich schon an den Ablauf gewöhnt. Betten machen, das Bad schrubben, Badetücher austauschen, alles neu auffüllen, saugen –fertig. Man muss auf einige Dinge im Zimmer achten aber das ist ganz schnell Routine und dann ist es einfach nur langweilig und mittlerweile kann ich keine Klos mehr sehen ;-)

Das Hotel ist wirklich toll gelegen aber die meisten Zimmer sind völlig abgenutzt, altmodisch und wirklich unmöglich. Nur die Luxuszimmer mit Seeblick sind ganz nett. Ich denke es müsste einfach abgerissen werden und ein Hotel gebaut werden, was die schöne Lage auch verdient hat.

Nachmittags ist man so zwischen 14.15 und 15.15 Uhr fertig und entweder ich arbeite dann abends noch oder sehe etwas TV, um 17.30 Uhr treffen sich alle zum Abendessen und dann wird gequatscht und getratscht…

Das Essen schmeckt übrigens richtig gut, meist ist es ein kleines Buffet, ein Ableger des Buffets für die Gäste. Wir müssen zwar in einer nicht sehr gemütlichen Abstellkammer essen aber ist schon ok.

Gottseidank habe ich nach ein paar Tagen auch ein anderes Zimmer bekommen, mit dem ich richtig Happy bin. Stadt Wandblick nun Seeblick. Vom Bett schaue ich genau auf das Seepanorama und das ist wirklich toll. Ausserdem ist es gross und hell, ja und duschen kann ich mich jetzt auch mal wieder :-)

Es macht Spass, den Lake Tekapo bei jedem Wetter und bei jeder Tageszeit zu beobachten, die Farben sind toll und immer unterschiedlich.

Zwei Tage habe ich in einer Pizzeria ausgeholfen (Jobs sowie die Ankunft von arbeitswilligen Reisenden sprechen sich hier ziemlich schnell rum). Das war mal wieder eine andere Welt und gar nicht mit der Arbeit im Café zu vergleichen. Diesmal musste ich auch die Kasse bedienen, Bestellungen aufnehmen, Getränke ausgeben und immer ein Auge überall haben. Das war ziemlich ungewohnt und aufregend aber am 2. Abend hat es schon ganz gut geklappt.

Auch Sarah aus Irland ist in der Putztruppe und hat am gleichen Tag wie ich angefangen. Es macht Spass mit ihr zu quatschen und auch bei ihr wurden aus dem Vorhaben 2 Monate zu bleiben, dann am Ende 4 Wochen wie bei den meisten anderen auch. Länger möchte ich auch nicht bleiben, das steht fest.

Dienstag, 25. März 2008

Picken, packen oder putzen???

Die ersten Tage musste ich mich schon sehr umstellen, plötzlich fühlte ich mich sehr einsam und leer. Dazu noch das Osterfest, was man ja normalerweise mit seiner Familie verbringt. Ich war schon sehr nah am Wasser gebaut... (Am Ostersonntag bin ich in der Christchurch Cathedral in die Ostermesse gegangen, um wenigstens ein wenig vom Fest mitzubekommen. Die Messe hat mir sehr gefallen und alles war sehr festlich. Ausserdem ist an dem Tag der Bischof verabschiedet worden, habe ich das auch noch mitbekommen)

Das YHA, in dem ich untergebracht bin, lädt auch nicht gerade zum Wohlfühlen ein. Außerdem musste ich dringend die Jobsuche starten, da hatte ich kaum Zeit zu in den letzten Wochen. Ich habe mich entschieden, noch ein wenig länger auf der Südinsel zu bleiben.

Von einem anderen Mädel hatte ich gehört, dass sie einen Job in einem Hotel hatte, wo sie nur nachts die Rezeption betreuen musste. Das hörte sich doch gut an.
Trotzdem gibt es auch noch so viele andere Möglichkeiten, die Fruchtsaison ist ja in vollem Gange und das war ja auch mein ursprünglicher Plan, dort Fruitpicking zu machen oder in einem Packhaus zu arbeiten.

Erstmal versuchte ich mein Glück aber am Lake Tekapo, wo ich sowieso noch gerne hinwollte. Nach ein paar Telefonaten hatte ich tatsächlich einen Job. Allerdings nicht an der Rezeption sondern als Zimmermädchen. Für ein Zimmer und drei Mahlzeiten zahle ich nur 9 Euro/Tag. Ich verdiene bei 25-30 Stunden Arbeit/Woche zwar nicht allzu viel, kann aber im Restaurant mithelfen und so etwas dazuverdienen. Das hörte sich doch nicht schlecht an, die Bewertungen des Hotels im Internet dagegen leider schon. Ich habe selten so schlechte Kritiken bei Tripadvisor.com gelesen so nach dem Motto „ Schlechtestes Hotel in NZ“ … :-( Naja vielleicht kann ich die Bruchbude ja durch kräftiges putzen ein wenig aufwerten ;-) (Finde es sieht auf den Bildern gar nicht soo schlecht aus, ein wenig altmodisch vielleicht http://www.tekapo.co.nz/)

Jedenfalls habe ich den Job erst mal angenommen weil sich nichts Besseres bot und am 30.3. mache ich mich auf den Weg Richtung Tekapo.

Für Ende April habe ich ein Angebot von einem Kiwifrucht Packhaus. Hoffe, das klappt denn das war ja mein ursprünglicher Plan und ich möchte mir die Saison ungerne entgehen lassen.

Ich werde also noch die ganze Woche in Christchurch verbringen, was mir nicht unrecht ist.

Sonntag, 23. März 2008

Geschafft

es ist soweit, es erwarten Euch 4 neue Berichte über den Rest der Reise durch die Südinsel. Viel Spass :-)

Zwischenstation in Dunedin und Endstation Christchurch

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg Richtung Dunedin an der Ostküste. Wir kamen ganz gut voran und konnten uns nachmittags noch einige der schönen Gebäude der Stadt ansehen.

Dann kam die letzte Fahrt mit unserem Auto und auch die Längste. Viele Stopps waren daher diesmal nicht möglich aber die Moeraki Boulders wollten wir uns nicht entgehen lassen. Die lustigen Riesenmurmeln am Strand bieten wirklich gute Fotoperspektiven.

http://de.wikipedia.org/wiki/Moeraki_Boulders

Oamaru hat uns auch gut gefallen, dort kann man auch die kleinen Blaupinguine treffen aber erst gegen Abend daher müssen wir sie ein anderes Mal besuchen.

Am Nachmittag erreichten wir dann Christchurch wo wir das Auto abgegeben haben. Auf der einen Seite waren wir sehr froh, dass alles so gut geklappt hat und wir das Auto unbeschadet abgeben konnten. Doch mir tat es auch ein wenig leid. 16 Tage und genau 3000 km hat es uns durch die Südinsel gefahren… War das bequem :-)

Christchurch haben wir übrigens einstimmig zur schönsten Stadt Neuseelands gekürt. (Trotz meiner Begeisterung über Auckland und Wellington konnte Christchurch durch noch mehr Flair und Prachtbauten punkten). Eine Fahrt mit der Gondola brachte uns wieder eine schöne Gesamtaussicht und die Fahrt mit der historischen Tram durch die City ist auch ein Muss.

Insgesamt war die Südinsel also der absolute Traumurlaub! Von wegen hier regnet es dauernd-von 18 Tagen hatten wir genau einen Regentag, den wir locker verkraften konnten. Die Vielfältigkeit der Landschaften habe ich in der Form noch nicht erlebt trotz einiger Reisen durch die Weltgeschichte. Einfach beeindruckend.

Leider , leider geht auch der schönste Urlaub irgendwann zu Ende und so musste ich Tom am 21.3. am Flughafen verabschieden, was mir wahnsinnig schwergefallen ist. Aber ich bin dankbar, dass ich die wunderschöne Zeit und all die unvergesslichen Eindrücke mit Tom teilen durfte. Es hat so viel mehr Spaß gemacht und die Erlebnisse kann uns nun keiner mehr nehmen!

Lottogewinn im Fjordland

die nächste Autofahrt führte uns nach Te Anau, am gleichnamigen See gelegen. Weil das Wetter so schön war, beschlossen wir gleich zu den Milford Sounds durchzufahren, eine Schifffahrt für den späten Nachmittag hatten wir schon gebucht.
Die Fahrt ging durchs Eglington Valley und wieder begeisterten uns die imposanten Berge um uns herum. Mein Standardspruch war: „Das glaubt uns doch kein Mensch!“

Dann mussten wir ein letztes Mal bangen als es durch den Homer Tunnel ging denn im Reiseführer stand, dass sich das Wetter hinter dem Tunnel schlagartig ändern kann. Doch, nein es erwartete uns auch dort ein strahlend blauer Himmel. Wir haben wirklich mit allem gerechnet, nur nicht mit gutem Wetter. Denn: der Milford Sound gehört zu den regenreichsten Gebieten der Erde!! Man könnte sagen, das war der Lottogewinn unseres Lebens ;-) Wir hatten übrigens an allen drei Tagen im Fjordland klares Sonnenwetter.

http://de.wikipedia.org/wiki/Milford_Sound#Sonstiges

Die Fahrt mit dem Boot der Mitre Peak Bootstour war demnach traumhaft schön. Es war später Nachmittag und die Sonne beleuchtete die Berglandschaft. Dazu noch einige Wasserfälle und Delphine und das Bild war einfach perfekt. Als wir dann noch zum Abschluss die bekannte Spiegelung des Mitre Peak (fast schon das Wahrzeichen von Neuseeland) sahen, war unser Glück kaum zu toppen :-)

Als ob das noch nicht genug gewesen wäre, am nächsten Tag klappte –diesmal auf Anhieb - der Flug über die Doubtful Sounds. Auch hier gab es jede Menge Postkartenblicke und erst jetzt konnten wir die Grösse des Fjordlandes so richtig (er)fassen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Doubtful_Sound

Wir haben übrigens auch Bekanntschaft mit den einheimischen Sandflies gemacht. Hört sich nicht schlimm an aber die Viecher sind in Wirklichkeit Mücken (sehen aber aus wie kleine Fliegen) und stechen wie verrückt! Sie sind wirklich eine Plage und ein Picknick am See endet meist sehr schnell im Auto weil die Fliegen einen regelrecht überfallen. Die Stiche sind schmerzhaft und man hat länger etwas davon wie wir feststellen mussten.

http://www.nzinfo.de/sandfliegen.php

Nervenkitzel in Queenstown - aber nicht für uns

die kleine quirlige Stadt Queenstown (ich hatte sie mir viel grösser vorgestellt) mochten wir auf Anhieb. Nach der Fahrt mit der Gondola auf den Bob´s Peak noch viel mehr. Das von den Bergen (Remarkable Rocks) umgebene Stadtbild sieht einfach toll aus!

Natürlich durfte ein Besuch der Kawarau Bridge, quasi die Geburtsstätte des Bungeejumping, nicht fehlen. Die Location war schon klasse und wir konnten einige Mutige Springer beobachten (einige ist gut, die standen Schlange!) Wir haben es übrigens nicht bereut, nicht gesprungen zu sein :-)

http://www.focus.de/reisen/reisefuehrer/australien/tid-8472/neuseeland_aid_232245.html

Ein Hoch auf Franz-Josef!

Unser nächstes Ziel waren die Berge. Franz-Josef ist der Name des Gletschers und wir wohnten im gleichnamigen Ort. Tom hatte noch für den gleichen Tag einen Rundflug gebucht. Leider konnte er nicht stattfinden weil es zu wolkig war. Am nächsten Tag versuchten wir es nochmal, morgens und nachmittags aber es war immer noch alles wolkenverhangen und ein Flug hätte keinen Sinn gemacht. So sah dann also ein Hoch in Franz-Josef aus, was sie angekündigt hatten :-(

Also haben wir uns die Gletscher Franz-Josef und Fox angeschaut, die schon sehr beeindruckend waren!
http://de.wikipedia.org/wiki/Franz-Josef-Gletscher

Der Lake Matheson, der für seine Spiegelung bekannt ist, hat uns eher enttäuscht zumal die Berge, die sich sonst spiegeln von Wolken bedeckt waren.

So hofften wir also auf den nächsten Morgen auf Wetterbesserung, unsere letzte Chance auf den Flug vor unserer Abfahrt! Dann nächsten Morgen ein Blick aus dem Fenster und: strahlend blauer Himmel und wir sahen zum ersten Mal die Berge, um uns herum! Wir sind natürlich gleich in freudiger Erwartung zu unserem Fluganbieter gelaufen, dann der Schock! Sie hatten vergessen, uns auf die Liste zu setzen, obwohl wir schon seit 3 Tagen warteten! Gottseidank konnte noch ein Flugzeug organisiert werden und um 10 Uhr ging es endlich los. Wir konnten unser Glück kaum fassen, keine Wolke am Himmel und die Sicht grandios! Es war einfach unbeschreiblich, über die wunderschönen Berge zu fliegen. Das Highlight war die Landung mitten im Eis. Als wir ausstiegen fehlten und einfach die Worte, mir liefen die Tränen weil ich so überwältigt war. Der Moment war für uns beide wohl der Eindrucksvollste. Vielleicht können die Bilder etwas davon wiedergeben. Ich habe selten so eine intensive Stille „gehört“! Schon alleine der Start und die Landung auf dem Eis waren ein Abenteuer für sich und es wurde mir an manchen Stellen schon ein bisschen mulmig. Tom und ich konnten es auch Tage danach noch nicht fassen, dass wir das erlebt hatten. Ich glaube für dieses Erlebnis hätten wir auch ein Jahr gewartet ;-)

http://www.mtcookskiplanes.com/photogallery.htm

P1020260_klein_klein

Doch der Tag war noch nicht zu Ende… Die Fahrt durch den Aspiring Nationalpark war einfach grandios und wir hangelten uns von einem Lookout zum nächsten.
Überhaupt, die Lookouts waren unsere besten Freunde und es schmerzte sehr, den ein oder anderen aus Zeitgründen auslassen zu müssen ;-) Immer wieder betonten wir“ Das ist jetzt aber wirklich der letzte Stopp!!“ , kaum ausgesprochen fanden wir uns schon bei der nächsten Aussichtsgelegenheit mit Kamera wieder ein :-) Es macht einfach süchtig, jeder Berg, jede Spiegelung im See… es lohnt sich immer!

Auch der Lake Wanaka und der Lake Hawea brachten uns aus der Fassung. Ich musste ein paarmal die Augen auf und zu machen, um zu begreifen, dass das alles Echt war, was da in voller Pracht vor uns lag. Kein Plakat, kein Traum-einfach die Natur, die uns das alles bot.

In Wanaka habe wir uns noch Puzzle World angesehen und versucht, uns im Labyrinth zurechtzufinden.

Zum Sonnenuntergang kamen wir in Queenstown an, wo uns die rot angestrahlten Remarkable Rocks begrüssten.

An diesem Tag habe ich übrigens zwei Speicherkarten vollgeknipst, das sind 800 Fotos. Mein neuer Rekord denke ich mal ;-)

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