Donnerstag, 28. August 2008

Stopover in Los Angeles

Die letzte Nacht als Backpacker konnte ich nochmal so richtig auskosten da eine Mitbewohnerin meinte, um 3 Uhr morgens laut telefonieren zu müssen ;-)

Dann kam der 25.8., der Tag des Abschieds von Australien.

Beim ersten Flug nach Los Angeles kam ich erstmal nicht mit, da so viele andere PAD´s warteten, gottseidank klappte es aber gleich mit dem Zweiten Flug mittags.

Da ich in der Mitte saß, konnte ich keinen letzten Blick auf Sydney werfen, was vielleicht auch ganz gut war!

Die 13 Stunden Flug waren wirklich angenehm, ich saß am Gang und konnte jederzeit aufstehen, der Platz neben mir war frei. Der Service von Qantas war übrigens auch super!

Mein Hotel in Manhattan Beach ist auch ein Traum, ein ganz gemütliches Zimmer, ein Balkon. Wirklich schön. Gegenüber ist übrigens gleich ein Shoppingcenter, bzw. ein Dorf (Manhattan Village) :-)

Den ersten Tag habe ich erstmal halb verschlafen. Ich hatte viel Schlaf nachzuholen und dazu natürlich der Jetlag.

Am nächsten Tag war ich fit und konnte meine Tour nach Santa Monica und Venice Beach starten.
Man hatte mir schon gesagt, dass es mit den Bussen hier recht kompliziert ist aber es hat geklappt auch wenn es einige Zeit gedauert hat.

Hier ist alles so wahnsinnig weit entfernt, mal eben schnell irgendwo hinzulaufen ist nicht möglich!

Der Strand von Santa Monica hat mir nicht gut gefallen aber die berühmte Third Street Promenade, die Haupteinkaufsstraße war toll. Und die Geschäfte hier... Die Preise sind der Schocker im positiven Sinn. Man geht in einen Laden, denkt er wäre exclusiv und teuer und was kostet alles? So gut wie nichts! Oder wo bekommt man sonst superchicke Jeans für 13-30 Euro? Für eine CK Jeans habbe ich z.B. 45 Euro gezahlt. Da macht das einkaufen wirklich Spaß, alles ist einfach wahnsinnig günstig und das habe ich ausgenutzt :-)

Dann ging es weiter nach Venice Beach, eine wirklich verrückte, bunte und quirlige Promenade.

Die Fotos sind im Ordner USA/Kanada!

Morgen werde ich es noch einmal ruhig angehen lassen und dann geht es endlich nach Germany :-)

Das ist also mein letzter Blogbericht "on tour" aber der Blog geht natürlich trotzdem weiter!

Bis bald, ich freu mich auf Euch!!
Eure Daniela

Freitag, 22. August 2008

Schlaflos in Sydney

nachdem ich nun fast drei Wochen in Sydney verbracht habe (die Zeit ist so gerast!), habe ich mich jetzt auch für einen Rückflug entschieden:

am 25.8. geht es nach Los Angeles dort verbringe ich einige Tage am Manhattan Beach

am 29.8. fliege ich HEIM und komme am 30.8. mittags in Frankfurt an und fliege weiter nach Düsseldorf wo ich ja auch damals gestartet bin.

Es kommt mir sehr unwirklich vor, dass ich in einer Woche zu Hause sein werde aber ich freue mich sehr und kann es kaum erwarten. Seit das Datum feststeht kann ich nicht mehr schlafen, ich hoffe man sieht mir den Mangel nicht allzusehr an ;-)

Weil ich mir ja gerne viele Gedanken mache, habe ich einmal aufgeschrieben, was ich an meinem Leben hier vermissen werde und auf was ich mich besonders zu Hause freue, bzw. welchen Lebensumständen ich nicht hinterhertrauern werde. Viel Spaß ;-)

Das werde ich ganz sicher an meinem Leben als Globetrotter vermissen :-(

nicht arbeiten zu müssen-logisch ;-)
Die Freiheit, jeden Tag neu entscheiden zu können was ich tun möchte.
Meinen Rucksack zu packen und auf Entdeckungstour zu gehen.
Länger zu bleiben wenn es mir gut gefällt, abzureisen sobald es mir nicht mehr gefällt.
Einfach zu gehen, wenn ich den Job leid bin.
Den Luxus, die Zeit zu haben, ein Land in Ruhe zu erkunden ohne hetzen zu müssen.
Pak´n Safe und Woolworth.
Das leckere Essen, immer wieder was neues zum ausprobieren:
Das Brot (da bin ich wahrscheinlich die einzige deutsche die das weiche Brot hier gern mochte), Crumpets, Tim Tams und die vielen anderen leckeren Plätzchensorten, Berry Berry nice Müsli, Toasted Müsli, Cadbury Schokolade, Muffins in allen Sorten, Wendy´s Thickshakes , Sushirolls- günstig, lecker und an jeder Ecke zu kriegen, die billigen chinesischen Takeaway Gerichte in den Foodcourts.
Fast immer einen Strand vor der Nase zu haben.
Jobsuche mit Sonnenbrille und Flip Flops.
Das schöne Wetter.
Laufen, laufen, laufen.
Sich über Mails der Lieben daheim freuen.
Tom vom Flughafen abholen.
Die Freude, wenn Tom mir die Mitbringsel aus der Heimat mitbringt.
Das englische Fernsehen/Kino, die englischen Magazine
Englisch zu reden und neue wichtige Wörter zu lernen (z.B. Tweezers= Pinzette)
Sich die Reisegeschichten der anderen anhören und neue Leute zu treffen (war ja doch schön ;-))
Den Mit-Backpackern fasziniert beim kochen zuzuschauen. (interessant: man erkennt schon am kochen, woher die Leute kommen. Deutsche backen oft ihr eigenes Brot und essen Bratkartoffeln, Asiaten kreieren die tollsten, aufwendigsten asiatischen Gerichte, Engländer essen Würstchen und Bohnen, Italiener tragen ihre Espressomaschine mit sich herum. Nur Spagetti mit Tomatensoße ist international ;-)) Was mir aufgefallen ist: die Männer sind diejenigen die wirklich gut und aufwendig kochen (nicht nur Pasta) und die Frauen beschränken sich eher auf Fertiggerichte!
Menschliche Studien zu betreiben.
die unterschiedlichen Akzente erraten und dem englisch der Australier und Neuseeländer lauschen.

  • Mein Leben im Koffer herumzutragen und mich um keinen anderen Balast kümmern müssen.
    Eine eigene Sekretärin zu haben, die meine Post und Anrufe erledigt (Danke Mom :-))
    Die tollen Landschaften und netten Menschen.
    Städte erkunden und jeden Tag neues zu erleben.
    „How are you?” „Are you alright?“, “Are you lost?”, “Can I help you?”, “You must be very careful!”, (die fürsorgliche Art der Australier/ Neuseeländer)
    Australien und Neuseeland zwei wunderschöne Länder, die ich sehr ins Herz geschlossen habe.
    Sydney (am Martin Place sitzen, Sushi essen und die Gewissheit haben, nicht gleich wie die anderen ins Office eilen zu müssen/ im hellen am Sydney Harbour entlang spazieren, dem Techno Aboriginal lauschen und das Strahlen der Touristen beobachten wenn sie das 1. Mal die Sydney Oper sehen/ im dunkeln am Darling Harbour sitzen und die Skyline bewundern/ zum 1001. Mal ein Foto von der Skyline zu machen

    Das werde ich nicht vermissen bzw. darauf freue ich mich! :-)

    Platz 1: die Backpackerunterkünfte
    Ein eigenes sauberes Bad zu haben, nicht in den Haaren anderer Leute stehen zu müssen und anderen nicht mehr beim Zähneputzen (in der Küche, im Zimmer…) zuzuschauen.
    Nicht mehr die Tasche für die Dusche packen zu müssen.
    Ein eigenes Bett mit eigener, gewaschener Bettwäsche .
    Mal wieder eine Waschmaschine zu benutzen, die nicht mit kaltem Wasser wäscht.
    Eine Minute alleine zu sein, Privatsphäre zu haben.
    Mir nicht mehr für jedes Telefonat ein Telefon suchen müssen, eine Telefonkarte und 50 Cent parat haben zu müssen, sondern einfach abheben und wählen zu können!
    In einer sauberen Küche ganz alleine kochen zu dürfen ohne von tausend Leuten umgerannt zu werden und ohne mich ständig entschuldigen zu müssen wenn ich im Weg stehe.
    Nicht mehr „sorry“ sagen zu müssen, auch wenn ich angerempelt wurde.
    Mal wieder was Leckeres und Aufwendiges kochen.
    Nicht mehr für die Mikrowelle, den Ofen, den Toaster, den Herd, das Besteck, den Kühlschrank, die Spüle, das Wasser anstehen zu müssen.
    Mein Essen für den Kühlschrank nicht mehr beschriften zu müssen, wie im Kindergarten die Turnbeutel ;-)
    Den Luxus eines Backofens und Gefrierschrankes zu geniessen.
    Die Küche auch noch nach 22.30 Uhr benutzen zu dürfen.
    Mein Essen für mich alleine behalten zu dürfen und nicht von hungrigen Mitreisenden beklaut zu werden.
    Die täglichen Vorstellungsrunden im Zimmer und somit meine Reisegeschichte zum 100. Mal irgendwelchen Leuten erzählen zu müssen, die am nächsten Tag eh wieder abreisen. (Es ist eigentlich sehr interessant, so viele verschiedene Leute zu treffen aber so ab dem 200. Mal fängt es leider an zu nerven.)
    Die Suche nach einer Steckdose.
    Im Chaos meiner paar Quadratzentimeter Platz im Zimmer leben zu müssen.
    Mal wieder laut sein zu dürfen! Nicht mehr alles im dunkeln oder mit Taschenlampe erledigen und ertasten zu müssen weil die Leute im Zimmer schlafen (was übrigens sowohl mittags, als auch nachmittags sowie am frühen Abend der Fall ist)
    Wieder fernzusehen was ich möchte und nicht was gerade läuft und auch etwas von dem Programm zu verstehen weil im Hintergrund keine Musik läuft und sich zig Leute laut unterhalten. Das Wort fernsehen hat hier für mich eine neue Bedeutung bekommen und ich rate dringen zu einem Kurs im Lippenlesen ;-)
    Ein anderes Programm als die Simpsons zu sehen.
    Selber zu wählen, wann ich welche Musik höre und in welcher Lautstärke.
    In Ruhe schlafen und ohne Ohrenstopfen.
    Durch- und Ausschlafen und nicht von schnarchenden, lärmend ins Zimmer stürmenden und von in der Nacht packenden Mitbewohnern geweckt zu werden.
    Nicht mehr seekrank zu werden wenn das Bett wackelt weil sich die Person über einem bewegt hat.
    Aus dem Koffer und meinen Plastiktüten (die ich immer mit mir innerhalb des Hostels mit herumtrage) zu leben.
    Nicht um 10 Uhr auschecken zu müssen sondern einfach dableiben zu dürfen wo ich bin ;-)
    Salziges Popcorn-Iiihhh...
    Laufen, laufen, laufen.
    Mal wieder einen faulen Tag komplett zu Hause verbringen.
    Tom am Flughafen verabschieden zu müssen.
    Meine ca. 30 kg Gepäck nicht mehr schleppen zu müssen.
    Mühsame Jobsuche alle paar Wochen.
    Geld zu verdienen und einen geregelten Alltag zu haben.
    Gemütliche Wochenende daheim mit Tom zu verbringen.
    Meine Ma und die Family besuchen live und in Farbe.
    Yoga (in den kleinen Zimmern nicht machbar)
    mit meinen Freundinnen im Café sitzen und quatschen.
    Alle News gleich austauschen, nicht über Email oder sms.

    Und täglich grüßt der Backpacker…

    Folgende Fragen/Sätze mag ich jetzt erstmal nicht mehr hören müßen:
    „Where are you from? “ (Das hört doch eh jeder)
    „Are you from Germany“ ( ne aus Japan, sieht man doch)
    „Ach, Du bist Deutsche, dann können wir ja auch deutsch reden!“ (Zufälle gibt’s!! Es ist doch immer wieder ein faszinierendes Erlebnis gleich sprachigen Mitmenschen zu begegnen!)
    “Hab ich gleich am Akzent gehört, das Du deutsch bist” (Jaaa ich weeeiiiß. Das liegt wahrscheinlich daran, daß ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin und deutsch meine Muttersprache ist. )
    „How long have you been in…?“ (forever)
    „How long will you stay here?“ (forever)
    „Are you travelling?“ (nein, den Koffer schleppe ich eigentlich immer einfach so mit mir herum)
    „Have you meet Locals“ (nee, es ist wie verhext, ich reise jetzt seit einem Jahr in Australien/Neuseeland aber ich treffe einfach keine Einheimischen. Hallo! Leute! Geht in die Supermärkte, fahrt mit dem Bus, geht an den Strand, durch die Stadt. Die Einheimischen sind einfach überall anzutreffen, sie leben nämlich hier. Dieser Hype… Wenn ich nach Gran Canaria fahre, fragt ja auch keiner „und hast Du auch Gran Canarier getroffen?“)
    „Are you watching this?“ (ach nein, ich sitze einfach so vor dem Fernseher schaue aber in Wirklichkeit dran vorbei)
    „Can I take this bed?“ (Geht wohl nicht anderes, da es das Einzige ist was übrig ist. Es sei denn Du möchtest auf dem Boden schlafen)
    „How are you?”, “Are you ok?” „Are you alright“, “Are you lost?” (Mir geht´s suuuupi, really!!!)

    Donnerstag, 14. August 2008

    Endstation Sydney?!

    Bei der Ankunft in Sydney, wo wir 45 minuten im Flieger warten mussten, weil wir wegen einem Unwetter nicht raus durften dachte ich: "Mensch wär ich mal schön in Byron Bay geblieben!" Ich hatte das gemütliche Örtchen wirklich lieb gewonnen.

    Am nächsten Tag war alles wieder gut, ich war schliesslich in Sydney, das kann einen ja nur aufheitern ;-)
    Das Unwetter war vorbei und der übliche Sonnenschein war mir wieder treu.

    Am Ersten Tag unternahm ich letzte Schritte in Sachen Jobsuche. Dabei ist mir folgendes passiert: in einer Jobvermittlungsagentur habe ich tatsächlich ein Gespräch bekommen als ich dort anfragte. Die Dame sagte mir, ich könne nach einigen Tests dort für zwei Wochen arbeiten. Plötzlich schaute sie immer wieder von oben nach unten an mir auf und ab und fragte mich, ob ich auch noch andere Sachen zum anziehen hätte. Ich trug meine schwarze Hose und meine Hikingschuhe-wie immer ;-) Als ich verneinte (gut, ich hätte noch meine FlipFlops im Angebot, habe ich mir aber mal verkniffen) meinte sie ich könne erst für sie arbeiten wenn ich mir neue Kleidung kaufen würde. Ich dachte ich werd nicht mehr. Ich wollte dort eigentlich keine Karriere machen in zwei Wochen und man hätte mich gerne zum arbeiten in einer Kammer verstecken können. Ich kam mir vor wie bei Pretty Woman, wie demütigend! Da kannste was erleben!

    Dass ich kein Geld habe, um mich für zwei Wochen einzukleiden war ja eigentlich klar. Ausserdem habe ich bisher noch keinen Backpacker getroffen, der sein Kostümchen und Highheels in seinem Rucksack dabei hatte ;-) Diese Firmen sollten besser nicht damit werben, dass sie auch gerne Traveller für kurze Zeit einstellen!

    Damit habe ich beschlossen, es sein zu lassen und meine restliche Zeit lieber zu geniessen.

    Das Problem war auch einfach, dass ich zu ehrlich war. Ich habe nicht gesagt, dass ich Arbeit für drei Monate suche sondern für zwei Wochen. Für zwei Wochen macht sich natürlich niemand die Mühe, jemanden einzustellen.

    Das YHA Central Hostel, wo ich übernachte, ist ein wahres Stadthostel, riesen gross mit 8 Etage! Aber schon toll mit Sauna und kleinem Pool mit Blick auf die Stadt, grosse Zimmer, gemütliche Sofas und Sessel.

    Ich überlege immer wieder hin und her, wo ich noch eine Zwischenstation vor meinem Heimflug verbringen könnte. Es ist wie verhext, ich habe keine Idee und finde auch nichts! Die kompletten drei Wochen wollte ich ja nun doch nicht am gleichen Ort verbringen. Die Überlegungen dauern noch an und so langsam sollte ich mich entscheiden, wenn ich nächste Woche abfliegen möchte ;-) Manchmal kann einem die Vogelfreiheit auch ganz schön zu schaffen machen ;-))

    Auf der anderen Seite denke ich mir: wann werde ich je wieder die Gelegenheit haben, so viel Zeit am Stück in meiner Lieblingsstadt verbringen zu können? In Sydney wird es mir einfach nie langweilig, es gibt so viele Plätze, um die Stadt zu genießen. Love it!

    Einen Tag habe ich noch einmal meinen Rucksack gepackt und bin von Bondi Beach 5km nach Coogee Beach gewandert, ein toller Spaziergang und ich habe noch ein wenig Sonne, Strand und Freiheit eingeatmet…

    Ich kann es kaum fassen, dass es in zwei Wochen schon nach Hause geht! Meine Gefühle schwanken im Moment ständig. Manchmal könnte ich einfach losheulen und denke „nein es soll nicht vorbei sein“ ich möchte unbedingt an dem Leben hier festhalten. Ich weiß ja, dass es definitiv eine einmalige Zeit ist und so nicht mehr wiederkommt.

    Dann wieder kommen mir die Tränen vor Vorfreude auf zu Hause. Immer wieder stelle ich mir vor, wie ich Euch alle in die Arme schließe und kann es kaum abwarten bis ich endlich in den Flieger steigen kann.
    Das Gefühlschaos ist sicher normal und in Gedanken bin ich schon seit längerem eher zu Hause als hier. Es ist einfach jetzt klar, dass es zu Ende geht!

    Dienstag, 5. August 2008

    Die Goldcoast

    Die nächste Busfahrt führte mich wieder über Brisbane und von dort südlich nach Surfers Paradise. Es ist der Partyort Australiens und ich wollte mir das Spektakel einmal selber anschauen aber vorsichtshalber auch nur für zwei Nächte.

    Ich habe schon mit dem schlimmsten gerechnet an dem Ort an dem die Leute sich in den Zimmern übergeben und von den Betten fallen ;-) Es kam dann doch anders als erwartet, mein Hostel war wie ausgestorben und ich war zwei Tage alleine im Zimmer, was mir eigentlich noch nie passiert ist und was ich wirklich mal gebrauchen konnte –Schlaf! ;-)

    Surfers Paradise ist wirklich eine Mischung aus Miami und Mallorca. Am riesigen weiten Strand entlang sind Hochhäuser soweit man schauen kann. Von der 77. Etage des Q1 Hochhauses (das höchste Apartmenthaus der Welt!) konnte man die Ausmasse so richtig sehen-das war schon ein gigantischer Anblick!

    http://www.friendshipforcegoldcoast.org.au/ffaboutus/aerial_new.gif

    Nachts ist es ein Partyort mit Ballermann Feeling. Busseweise werden die feierlustigen angekarrt.

    Die Fußgängerzone und Promenade fand ich sehr schön, sowie die tollen Shoppingcenter! Mit dem Bus bin ich zu den Nebenorten Main Beach mit dem Hafen und Broadbeach gefahren.

    Auch hier bin ich nach zwei Tagen abgefahren-nach Byron Bay weiter südlich. Der Ort hat mir gleich gut gefallen, irgendwie ein bisschen alternativ und gemütlich. Easygoing ;-) Man konnte hier einen Wanderweg zum Leuchtturm entlanggehen, der wunderschön war. Am östlichsten Punkt Australiens habe ich sogar Humpback Wale gesichtet! Die Aussichten dort waren auch klasse.

    Da ich noch nicht wirklich bereit bin, in die Kälte nach Sydney zu fliegen, habe ich noch einen Tag verlängert und das relaxte Feeling hier noch etwas auszukosten.

    Die Sunshine Coast

    Dann ging es wieder die Küste runter nach Noosa. Ein hübscher Badeort. Ich dachte ich hätte hier vielleicht Chancen auf einen Job aber da es gerade Nebensaison ist, brauchen die Restaurants und Cafés keine zusätzlichen Kräfte. Also bin ich viel herumgelaufen, u.a. auch an den Sunshine Beach.

    Mein YHA Backpacker war wieder ein Reinfall, ein altes Haus, total ungemütlich und wiedermal zieht es überall. Ich sehne mich sehr nach einer gemütlichen Unterkunft im Moment weil ich Kälte gar nicht gebrauchen kann. Hier ist eben alles auf Sommer ausgerichtet und es gibt keine Heizungen. Verstehe ich nicht, wir sitzen ja im Winter auch nicht mit offenen Fenstern und Türen im Haus!

    Woran erkennt man, dass man zur falschen Zeit am falschen Ort ist? Die Leute sitzen mit Jacken, Schal und Mütze in den Aufenthaltsräumen ;-)

    Im Moment bin ich jedesmal froh, wenn ich nach zwei Nächten wieder abreisen darf in der Hoffnung, dass es im nächsten Ort besser wird.

    Die nächste Station war Maroochydore auch ein kleiner Ort an der Sunshine Coast. Hier hätte ich die Möglichkeit gehabt, als Erdbeerpflückerin anzufangen. Ich habe hin und her überlegt. Von vielen schon hatte ich gehört, dass es die härteste und schlimmste Arbeit überhaupt ist. Die Leute in meinem Hostel arbeiteten fast alle dort und bestätigten dies. Es ist wohl sogar verboten, in die Knie zu gehen-man muss sich von oben herab bücken zum pflücken! Ich habe mich dann dagegen entschieden, da mein Rücken sowieso schon weh tat. Die Arbeit hätte ich sicher nicht lange durchgehalten.

    Am nächsten Tag bin ich nach Caloundra gefahren. Überall gab es tolle Strände und schöne Spazierwege. Gottseidank ist es tagsüber auch sonnig und schön warm.

    Mit neuem Mut nach Hervey Bay

    Da ich mich wirklich unwohl fühlte, habe ich beschlossen: ich muss hier weg! Also habe ich einen Bus nach Hervey Bay gebucht, der Ausgangspunkt zu Touren nach Fraser Island.

    Als ob mein Elend nicht eh schon groß genug war, merkte ich auf dem Weg zum Bus, dass mein Rollkoffer nicht mehr rollte! Das Rad war gebrochen (das 2., das 1. das mir in Perth kaputtgegangen war lebte noch). Jetzt muss ich wohl erstmal neben dem anderen Gepäck nun auch meinen Koffer tragen. In Brisbane wäre es ja kein Problem gewesen, es reparieren zu lassen, nur fuhr mein Bus ja in einer Stunde ab :-(

    Naja im Bus hab ich dann erst mal die schöne Fahrt entlang der Sunshine Coast genossen, die ihrem Namen alle Ehre machte.

    Nach 7 Stunden kam ich in Hervey Bay an. Ich hatte mich für das billigste Backpacker aller Zeiten entschieden, die Bewertungen im Internet waren gar nicht so schlecht. 15 $ waren nicht zu toppen. Es war eher ein Campingplatz und man wohnte in kleinen Häusern mit Küche und Bad. Es war nicht wirklich sauber und nachts sehr kalt aber für den Preis war es ok.

    Für den nächsten Tag hatte ich schon eine Tagestour nach Fraser Island, der größten Sandinsel der Welt gebucht. Tom und ich hatten bei unserem Besuch vor drei Jahren schon mal eine Tour gebucht, die aber wegen eines kaputten Busses ausfallen musste.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fraser_Island

    Nach einer 30minütigen Fahrt mit der Fähre ging es los, in einem der zahlreichen 4WD Bussen der Fraser Explorer Tour.

    Es war schon witzig, die ganze Zeit auf Sand zu fahren und auch am Strand entlang, dem 75 Mile Beach!
    Ganz bekannt ist das Schiffswrack Maheno und ein gutes Fotomotiv.

    Das Highlight der Tour sollte eigentlich der Lake McKenzie sein, der auf den Fotos immer ein wahnsinnig tolle blaue Farbe hat und ganz klar ist. Da es aber bewölkt war, war der See eher grau und sah völlig anders aus nämlich trostlos. Das war schon sehr schade.

    Fraser Island ist schon einen Besuch wert aber ich denke, dass man erst dann wirklich das Gefühl hat auf einer Sandinsel zu sein, wenn man sie überfliegt. Ansonsten war es für mich nicht wirklich das Highlight Australiens, was viele behaupten!

    Den letzten Tag habe ich in Hervey Bay verbracht, mir den Strand angeschaut und versucht meine Erkältung im kalten Zimmer in den Griff zu kriegen.

    Freitag, 25. Juli 2008

    Die Depri in Brisbane

    Fliegen ist für mich mittlerweile schon wie Busfahren, am nächsten Tag ging es ja schon wieder nach Brisbane. Bei der Gelegenheit ist mir aufgefallen, dass ich in den letzten zwei Wochen in 5 Bundesstaaten Australiens gewesen bin! Western Australia (Broome), Northern Territory (Darwin), South Australia (Adelaide), New South Wales (Canberra) und jetzt in Queensland (Brisbane); nur Victoria (Melbourne) fehlte noch aber naja reicht ja erstmal :-)

    Jetzt sind die letzten Wochen angebrochen und ich habe mir vorgenommen, es ab jetzt ein wenig ruhiger angehen zu lassen nach dem Motto: Weniger ist mehr!

    So langsam merke ich auch, dass es Zeit ist heimzufahren. Meine Reisekasse ist fast leer, was die Abenteuerlust zwangsläufig einschränkt. Meine Gepäckstücke lösen sich langsam aber sicher auf, die Speichergeräte für die Fotos sind voll, meine Füsse sind Flip Flop geschädigt (ja ich habe tatsächlich nur noch zwei paar Schuhe, Wanderschuhe und Flip Flops ;-)) und ich sehne mich nach einem Leben außerhalb der Backpackerunterkünfte! So langsam nervt es mich ein wenig, alles wiederholt sich die Gespräche, Abläufe… Die Luft ist raus!

    In Brisbane habe ich versucht, einen Job zu finden- allerdings nur für zwei Wochen was sich als ziemlich hoffnungslos herausstellte. Ich kann ja verstehen, dass mich niemand für zwei Wochen einarbeiten möchte aber ich habe auch eher an einen Küchenjob oder leichten Office Job gedacht. Dafür wäre nicht wirklich eine Einarbeitung nötig :-)

    Nachdem ich zig online Bewerbungen losgeschickt hatte, alle Cafés und Shops in der City abgefragt hatte und es auch beim Fruitpicking keine Chance auf Arbeit gab, habe ich es aufgegeben. Mehr konnte ich wirklich nicht machen!
    Brisbane an sich gefällt mir gut und ich wäre gerne zum arbeiten hier geblieben.

    Nach ein paar Tagen musste ich leider mein YHA Hostel verlassen, da ausgebucht und in ein anderes ziehen. Das war ein Fehler, ich habe mich sehr unwohl gefühlt. Da es eine Außenterrasse hatte und alles offen war, zog es und war kalt so dass man quasi keinen Aufenthaltsraum hatte! Das Wetter hatte sich nämlich von sonnig und warm in Dauerregen und Kälte gewandelt.
    Die Zimmer im Hostel waren winzig und ohne Fenster. Als dann auch noch ein Pärchen einzog, obwohl ich einen Female Dorm gebucht hatte war es ganz vorbei. Das es generell dreckig war, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

    Gleichzeitig habe ich einen kleinen Nebenjob als Flyer Verteiler für ein Reisebüro begonnen. Zwei Stunden täglich und dafür bekommt man Touren günstiger. Besser als nichts habe ich gedacht. Im strömenden Regen hat es dann nicht wirklich viel Spaß gemacht.

    Meine Stimmung war wirklich am Boden und mir ging es nicht gut. Die letzten Wochen ist doch einiges schiefgelaufen und ich habe einige falsche Entscheidungen getroffen. Jetzt läuft die Zeit ab und ich wäre gerne einmal zur Ruhe gekommen, doch das Gegenteil ist der Fall.

    Ein Spruch, den mir ein Busfahrer in Adelaide mit auf den Weg gegeben hat, nachdem ich zum falschen Bus geschickt wurde und mein Tagesplan gefährdet war:

    „LIFE IS WHAT HAPPENS WHEN YOU PLAN SOMETHING ELSE” (John Lennon)

    Übersetzt: „Leben ist das was passiert, wenn Du gerade dabei bist eifrig Pläne zu schmieden”

    Samstag, 19. Juli 2008

    Die Hauptstadt Canberra

    Meine letzte noch unbekannte Station in Australien! Ich habe jetzt tatsächlich jeden Teil und alle grösseren Städte Australiens kennenlernen dürfen – natürlich längst nicht jede Sehenswürdigkeit!

    Daher wollte ich jetzt auch zumindest noch die Hauptstadt sehen. Zumindest im Schnelldurchgang für einen Tag. Viele hatten mir das geraten weil es hier nicht viel zu sehen gäbe.

    Zuerst empfingen mich ganze 3 Grad als ich morgens landete. Brrr….

    Als Erstes habe ich mich auf den Weg zum Parlament gemacht, es zog sich ganz schön bis dorthin! Den Bus zu nehmen ist hier eine gute Idee. Im Parlament konnte man überall herumlaufen, sogar in die Sitzungssäle. Eine kostenlose Führung kann man dort auch mitmachen. In der Nähe gibt es noch mehrere wichtige Gebäude, wie die Libary, das alte Parlament und auch das National Museum von Australien, dort war ich auch.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Canberra

    Die Stadt ist quasi künstlich erbaut wie Brasilia.
    Besonders schön finde ich die Stadt allerdings nicht, selbst die Gebäude sind architektonisch nicht allzu reizvoll. Trotzdem gibt es natürlich viele Museen, Archive etc. zu sehen, für die man etwas mehr Zeit einplanen sollte wenn man sich dafür interessiert. Viel schafft man an einem Tag eben nicht.

    Donnerstag, 17. Juli 2008

    Ganz unten im Süden in Adelaide

    Da wir beim letzten Australienurlaub nur einen Tag in Adelaide verbracht hatten, wollte ich mir diesmal etwas mehr Zeit lassen.

    Meine Unterkunft, das YHA Central war wohl die bisher Beste in Australien! Ein tolles Hostel und sauberer hätte es kaum sein können! Ich habe mich endlich nochmal wirklich heimisch gefühlt.

    An die winterlichen Temperaturen (im Gegensatz zum Norden) musste ich mich erstmal wieder gewöhnen und ich habe das Erste mal seit langem wieder Wolken gesehen!

    Die Stadt gefällt mir sehr gut und es gibt sehr viel zu unternehmen. Eigentlich wollte ich mir den südlichen Teil von Adelaide anschauen (Fleurieu Peninsula) aber dafür waren ein paar Tage doch zu knapp und das Wetter zu schlecht.

    Stattdessen bin ich einen Tag nach Hahndorf gefahren, die älteste deutsche Kolonie in Australien.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Hahndorf_%28South_Australia%29

    Ein süsser Ort und es gab wirklich alles in deutsch von Sauerkraut bis hin zur Musi ;-) So konnte ich mich schon mal ein wenig auf die Heimat einstimmen :-)

    Ausserdem gab es eine kleine Tiershow im Hostel. Und endlich endlich war es soweit: ich konnte meinen letzten Punkt auf der to do Liste Australien streichen nämlich, eine Riesenspinne anzufassen! Das war möglich und es wurde mir versichert, dass die Huntsman Spider nur beissen kann aber nicht giftig ist. Sie war ganz schön gross und es war ein unheimliches Gefühl, sie auf der Hand zu spüren. Ich habe mir sie sogar ins Gesichts setzen lassen, was tut man nicht alles für ein gutes Foto ;-)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Riesenkrabbenspinnen

    In Adelaide hätte ich es glatt noch länger ausgehalten aber morgen fliege ich weiter in die Hauptstadt Canberra , danach geht es nach Brisbane an die Ostküste.

    Mittwoch, 16. Juli 2008

    Von Broome nach Darwin

    Die Easyrider Gruppe bestand aus 10 bunt gemixten Leuten aus Irland, Finnland, Holland, Kanada, England und Deutschland. Der Reiseleiter Ben hat sich immer lustige Spiele für alle einfallen lassen. Allerdings hat nicht wirklich jeder Spass daran, schon morgens um 7.30 Uhr loszulegen und auch ich habe mich meist dezent zurückgehalten ;-)

    Was allerdings ganz witzig war, war dass der Bus den Namen Beneasy bekommen hat und wir ab sofort das Wort Bus nicht mehr benutzen durften. Wenn man sich vertan hat, musste man einen Dollar in die Kasse geben. Natürlich hat man sich immer wieder vertan was die Kasse gut füllte.

    Genervt hat mich die permanent laute Musik im Bus. Ich höre ja wirklich gerne Musik aber hauptsächlich meine eigene und das war bei der Lautstärke von morgens bis abends leider nicht möglich :-(
    Die Tour bestand haupstsächlich aus Fahrerei, die Entfernungen sind nun mal enorm (gesamte Strecke 1900 km).

    Die Fahrt durch die Kimberleys ging nicht über die bekannte Gibb River Road, dafür braucht man einen 4WD Wagen und es bedarf viel Vorbereitung, da die Strecke nicht ganz einfach ist und u.a. auch durch Flüsse geht. Das hätte der Easyriderbus wohl nicht geschafft ;-)
    Wir sind stattdessen den Stuart Highway gefahren über Fitzeroy Crossing und Halls Creek.

    http://www.kimberleytourism.com/

    Eine der interessanten Begegnungen on the Road, die mich so am Reisen faszinieren: auf einer der endlosen, einsamen Strassen kam uns ein Radfahrer entgegen der quasi sein ganzes Leben hinter sich herzog. Er war nämlich seit 4 (!) Jahren unterwegs. Von Sydney Richtung Perth. Er meinte, mit arbeiten zwischendurch wäre er wohl noch 2 Jahre on Tour. Toll!! Das war wirklich ein Original!

    Am ersten Tag haben wir eine Bootstour am Geiki Gorge gemacht, die fand ich besonders schön. An einem anderen Tag sind wir zum Emma Gorge gewandert dort gab es einen Wasserfall und man konnte im eisigen Wasser schwimmen. Das war ziemlich malerisch und ganz schön erfrischend!

    Übernachtet haben wir meist auf Campingplatzen, wo wir aber meist kleine Zimmer hatten. Einmal haben wir gezeltet (das 1. Mal für mich!) allerdings eher luxuriös mit Betten, verdammt kalt war es trotzdem. Die Küchen, die draussen waren, waren nicht wirklich gut ausgestattet und manchmal war es sogar ein K(r)ampf überhaupt an heisses Wasser zu kommen. Ich hatte ganz schöne Sehnsucht nach einem normalen Hostel.

    An einem Abend habe ich beim BBQ meinen Vorsatz gebrochen, niemals Kängurufleisch zu essen... Ich finde ja auch Lämmer "süss" und esse sie trotzdem Es hat übrigens verdammt gut geschmeckt.

    Mein Highlight sollte ein Flug über die Bungle Bungles im Purnululu Nationalpark sein.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Bungle_Bungle

    Ein Gebiet mit tollen Felsformationen, die ich schon immer gerne mal sehen wollte. Von Kununurra aus hatte ich einen 2stündigen Flug gebucht, was auch während der Tour möglich war. Der Flug zu den Bungles war auch wirklich sehr schön und ich habe den Lake Argyle und viel Outback gesehen. Der Flug über die Bungles selber war dafür sehr enttäuschend. Es ging alles sehr schnell (nur 6 Minuten!), die Sonne stand gerade sehr tief auf meiner Seite und ich habe so gut wie kein gutes Foto hinbekommen. Das hatte ich mir anders vorgestellt und ich war sehr depremiert. Der Flug war nicht gerade ein Schnäppchen.

    Das Beste ist es also wirklich, etwas mehr Zeit einzuplanen und eine Wanderung vor Ort und einen Hubschrauberflug zu machen.

    Eine Bootsfahrt am nächsten Tag auf dem Lake Argyle war auch sehr imposant und auch Krokodile konnten wir sehen! In Katherine sind wir in den Hot Springs geschwommen, schön-mal kein Eiswasser ;-)

    Am letzten Tag sind wir in den Litchfield Nationalpark gefahren, der neben dem Kakadu Nationalpark sehr bekannt ist. Der Tag hat mir sehr gut gefallen, wir waren an zwei Wasserfällen (Wangi Falls, Florence Falls), haben die Termite Mounds gesehen, riesige Termitenhügel!

    http://de.wikipedia.org/wiki/Litchfield-Nationalpark

    Insgesamt war die Tour schon ganz gut aber wenn ich sie mit der Tour damals von Perth nach Exmouth vergleiche, was ich dort jeden Tag gesehen und erlebt habe… Dagegen war diese Strecke fast schon langweilig. Aber gut, das weiss man vorher halt nie so genau.

    In Darwin hatte ich dann wieder meine eigene Unterkunft gebucht, endlich wieder ein bequemes Bett.

    Darwin ist eine ziemlich quirlige Partystadt. Am ersten Abend haben wir uns nochmal mit der Gruppe in einem Pub getroffen, wo es kostenloses Essen gibt und wir unser Geld aus der Kasse vertrunken haben. Es war wirklich nett dort und es wurde ein langer Abend.

    Ich wurde nämlich gefragt, ob ich bei einem Oberkörper Bodypainting Wettbewerb mitmachen wollte. Da mir Bodypainting ganz gut gefällt und man auch noch Geld gewinnen konnte habe ich einfach mitgemacht. Ich war nicht mal nervös und der „Auftritt“ dauerte auch nur 20 Sekunden. Trotzdem war es schon ungewohnt – der Pub war ganz schön voll und die anderen Mädels und ich wurden bejubelt wie Superstars ;-) Jeder der mitmachte hat ein Geschenkpaket mit Touren, Getränkegutscheinen etc. bekommen. Es hat sich also sogar richtig gelohnt, den Spass mitzumachen.

    Allerdings begann dann ein kleiner Albtraum für mich. Ich hatte Katharina aus unserer Gruppe, die die gleiche Kamera wie ich hatte, meine anvertraut, damit sie Fotos von mir machen kann. Das hat sich als grosser Fehler herausgestellt. Als ich wieder an unseren Tisch kam war sie verschwunden und meine Kamera war auch nicht mehr da. Die anderen aus der Gruppe haben auch nicht darauf geachtet und wussten nicht wo sie war.
    Fotos hatte natürlich auch niemand gemacht.

    Am nächsten Tag machte ich mich gleich auf die Suche nach der Kamera weil ich noch die Hoffnung hatte, Katharina könnte sie mitgenommen haben aber als ich Katharina endlich gefunden hatte, bestätigte sie mir, dass sie die Kamera nicht hatte. Ich war totunglücklich und dachte, dass ich die Kamera nicht mehr wiedersehen wurde. Dazu kam, dass ich menschlich sehr enttäuscht war weil ich ihr wirklich vertraut hatte. Gleichzeitig habe ich mich über meine Dummheit geärgert. Plötzlich kam jedoch ein Anruf von dem Pub, wo ich glücklicherweise meine Nummer hinterlassen hatte, sie hätten sie beim aufräumen gefunden. Ich habe vor Freude geheult, als ich sie wieder in den Händen hielt.

    Dann hatte ich auch wieder Ruhe, um mir endlich Darwin anzuschauen. Abends fand der Nachtmarkt am Mindil Beach statt, das war wirklich eine schöne Atmosphäre dort mit vielen Ständen und Futterbuden aus aller Welt. Zum Sonnenuntergang war der Strand mit Menschen übersät.

    http://www.mindil.com.au/

    Dann hatte ich eine Tagestour zum riesigen (19.000km²) Kakadu National Park gebucht.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kakadu-Nationalpark

    Die Fahrt dorthin dauerte über zwei Stunden. Als erstes stand der Nourlangie Rock auf dem Programm, auf dem viele Malereien von Aborigines zu finden sind. Dann ging es zu schönen Aussichtspunkten und am Nachmittag zur Yellowwater Cruise. Die Bootsfahrt war wunderschön und wir haben ganz viele Tiere beobachten können, u.a. Krokodile, Dingos und viele Einheimische Vögel. Es war einfach zauberhaft!

    Eigentlich kann man den Kakadu Park nicht wirklich an einem Tag sehen aber mir hat der Ausflug super gefallen und es hat ausgereicht, um einen Eindruck zu bekommen.

    Am 13.7. habe ich mich dann vom warmen Norden verabschiedet und bin ganz nach unten in den Süden nach Adelaide geflogen. Hier hatte ich mal wieder Glück und bin mit dem vollen Qantasflieger mitgekommen, obwohl mir beim Check in keine grossen Hoffnungen gemacht wurden. Aber bisher hat es ja wirklich immer noch geklappt!

    Mit Stil nach Broome

    Nach vier Tagen Sydney und einem Besuch im Office, um mir weitere Tickets zu besorgen ging es dann an die andere Seite Australiens, an die Westküste nach Broome.

    Die Spitze Australiens, das „Top End“ hatte ich bisher noch ausgelassen, also wird es ja Zeit.
    Eigentlich hatte ich gar nicht damit gerechnet, mit dem ziemlich ausgebuchten Flieger mitzukommen aber es hat doch gleich geklappt. Als ich dann noch in der Businessclass gelandet bin, konnte ich das Lachen ja fast nicht halten. Es hatte wohl ein Versehen gegeben (ich vermute, beim Check in hätte man mir keinen Platz geben dürfen) und so wurden die Dame neben mir und ich gefragt, ob wir in der Businessclass fliegen möchten. Na klar!! So kam es, dass ich den Flug (es sind übrigens 5 Stunden!) herrlich mit einem Fensterplatz und klarem Blick auf das Zentrum Australiens geniessen konnte. Es waren wirklich faszinierende Aussichten auf die rote Erde mit vielen tollen Formationen und die unendliche Weite des Outbacks, die man kaum fassen kann.

    Auch der Anflug auf Broome war ein Erlebnis. Diese tolle rote Farbe der Erde in Kombination des weissen Strandes vom Cable Beach mit dem türkisen Wasser.

    In Broome ist zur Zeit Hochsaison, in den anderen Teilen Australien ist ja jetzt Winter mit eher kühlen Temperaturen aber im oberen Teil sind es 30 Grad und es ist trocken , also die perfekte Reisezeit. Viele Australier machen deshalb hier Urlaub und außerdem sind gerade Schulferien. Ich hatte also Glück, dass ich eine Unterkunft gefunden habe. Im Beeches of Broome, nah am Cable Beach gelegen und eher eine Luxusausgabe von Backpackern, daher auch ziemlich teurer.

    Der Cable Beach ist wirklich toll, ewig lang! Abends trifft man sich dort zum Sonnenuntergang. Der Strand ist dann voll von Autos und Menschen die alle das Schauspiel beobachten wollen. Er ist auch wirklich wie aus dem Bilderbuch so schön.

    Man kann Kamelritte buchen und das ist wirklich ein tolles Bild, wie die Karawane am Strand entlang zieht. Also ich glaube auch wenn ich Wochen hier verbringen würde, wäre das jeden Abend aufs Neue mein Highlight.

    Außerdem habe ich den Krokodilpark von Malcom Douglas besucht. Den kennt ihr vielleicht aus dem Fernsehen. Ich war etwas enttäuscht, dass er selber dort nicht zu sehen ist. Normalerweise denn durch Zufall stieg er gerade aus dem Auto und hat uns zugewunken :-) Die Krokodile waren wirklich riesig aber leider nicht hungrig, so dass das mit der Fütterung leider nicht wirklich funktioniert hat. Die Krokodile brauchen manchmal sogar Wochen oder monatelang kein Futter! Ein kleines Babykrokodil durfte ich sogar halten ;-)

    Dann musste ich mich entscheiden, ob ich direkt nach Darwin weiterfliege ohne mir die Umgebung hier anzuschauen oder ob ich doch nochmal eine Tour buchen soll. Eigentlich wollte ich gar nicht mehr so viel Action und Abenteuer in meinen letzten Wochen aber es war die einzige Möglichkeit. Abzureisen, ohne etwas gesehen zu haben fällt mir einfach zu schwer. Also habe ich mit Bauchschmerzen eine 5 Tagestour von Broome nach Darwin mit Easyrider gebucht.

    Highlights in Sydney

    Der Flug war pünktlich und dauerte 8 Stunden, in denen ich gottseidank etwas schlafen konnte.

    Ich kam morgens in Sydney an und wunderte mich über all die Leute mit Jacke und Schal in der Bahn…. Ja auch in Australien gibt es ihn - den Winter. Es war so kalt, was für ein Schock. Tagsüber in der Sonne waren es aber dann doch noch 20 Grad und ich fand zumindest den Schal dann doch etwas übertrieben ;-) Die Australier sind eben zu verwöhnt, was die Wärme angeht :-)

    Mein erstes Highlight war, dass ich endlich wieder Handyempfang hatte. Jetzt habe ich wieder die australische Nummer: 040-9502897.

    Als nächstes bin ich gleich zum nächstbesten Kino gelaufen. Ich wollte doch endlich „Sex and the City“ im Kino sehen! Gleich habe ich mir Karten für den nächsten Abend gesichert (was auch gut war, der Film war nämlich abends ausgebucht) und mich wie dolle darauf gefreut ;-)

    Es war einfach klasse, wieder in Sydney zu sein. Einfach zum wohlfühlen. Die Stadt kann man einfach nur gerne haben. Ob man am Darling Harbour sitzt oder an der Oper, überall ist was los und an kann die Scharen von Menschen beobachten.

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